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Mit dem Rad das Ried entdeckt

Judith Heeb erklärte das sensible Ökosystem im Natura 2000 Schutzgebiet Bangs-Matschels
Judith Heeb erklärte das sensible Ökosystem im Natura 2000 Schutzgebiet Bangs-Matschels ©Henning Heilmann
Seltene Vögel, Pflanzen und Amphibien gibt es im Natura 2000 Gebiet Bangs-Matschels zu entdecken. Was hier so alles in Wiesen und Tümpeln zuhause ist, erfuhren über 30 Teilnehmer auf einem „Biotop-Radspaziergang“ ins Ried.
Fahrradspaziergang im Natura 2000 Schutzgebiet

 

Die „Naturvielfalt-Termine“ der Stadt Feldkirch im Natura 2000 Gebiet Bangs-Matschels haben sich zum beliebten Treffpunkt für Naturliebhaber entwickelt. Auf einem einem „Biotop-Radspaziergang“ gab es am vergangenen Mittwoch Gelegenheit, tiefer in das einzigartige Biotop vorzudringen und dabei so manch seltene Pflanzen- und Tierart zu entdecken. 

Judith Heeb, Bäuerin und Gebietsbetreuerin im Natura 2000 Gebiet Bangs-Matschels, gab gemeinsam mit dem Ornithologen Alwin Schönenberger, welcher für die erkrankte Vogelkundlerin Jutta Soraperra eingesprungen war, Antworten auf viele Fragen rund um die heimische Tierwelt im Ried, welche besonderem Schutz bedarf . Wieso ist es zum Beispiel für viele Vögel wichtig, die Wiesen nicht zu betreten? 

Zwischen Blumen und Stroh

In den Streuwiesen des Natura 2000 Schutzgebiets Bangs-Matschels brüten einige seltene Vogelarten, die ihr Nest auf dem Boden bauen. Dazu zählt auch der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig, zu dem Alwin Schönenberger interessante Fakten zu erzählen wusste. So herrscht beim dämmerungs- und nachtaktiven Wachtelkönig sukzessive Polyandrie, eine Art aufeinander folgende Vielmännerei der Weibchen,  das heißt das Weibchen kann sich nach der ersten Brut an anderer Stelle erneut verpaaren. Auch das Braunkehlchen errichtet sein Nest auf dem Boden. Daher ist es wichtig, dass sich Spaziergänger auf den Wegen halten und die Wiesen im Schutzgebiets Bangs-Matschels erst im September gemäht werden. Bis Ende August herrscht Betretungsverbot der Wiesen, worauf neue Tafeln hinweisen. 

„Die Streuwiese ist eine wertvolle Kulturlandschaft, die nur durch Pflege entsteht“, erklärte Judith Heeb, welche als Gebietsbetreuerin darauf achtet, dass die Wiesen einmal im Jahr gemäht werden. Ebenso kümmert sich Heeb um die Heckenpflege und stutzt die Hecken zwischen November und Februar zurück, da sich zum Beispiel der Neuntöter in niedereren Büschen wohler fühlt als in hohen Büschen.  

Großartige Vegetationsvielfalt

Da sich das Großraumbiotop Bangs-Matschels durch eine große Vegetationsvielfalt auszeichnet, rückten neben Rieden und Streuwiesen auch Auwälder und Weiher ins Blickfeld. Beinahe unbemerkt macht es sich die Gelbbauchunke am liebsten in durch Hochwasser entstandenen, oft nur vorübergehenden Tümpeln heimisch. „Die Unke ist ein Spezialist, der sich situativ anpasst“, so das Fazit von Alwin Schönenberger. An einem lauen Sommerabend klang die Exkursion nach der Führung in geselliger Runde aus. Umweltstadträtin Marlene Thalhammer lobte die zahlreiche Teilnahme sowie nochmals den Einsatz der Gebietsbetreuerinnen im Natura 2000 Gebiet.

 

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