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Fekter "will nicht Kredite der Nachbarn zahlen"

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) kann sich die Einführung von Eurobonds in der Zukunft nur vorstellen, wenn es einen gemeinsamen europäischen Finanzminister gibt - derzeit sei die Situation aber anders und Eurobonds daher keine Option, sagte Fekter am Samstag im Ö1-Interview "Im Journal zu Gast".

Eurobonds seien “nur attraktiv für jene maroden Länder, die sehr hohe Zinsen zahlen, die zum Nachbarn mit guter Bonität gehen und sagen: Lieber Nachbar, zahle du meine Schulden”, so Fekter. “Ich will nicht die Kredite der Nachbarn zahlen.” Sie ist dagegen, die Bedingungen der Eurozone-Länder an Griechenland weiter zu mildern. “Das haben wir schon dreimal für Griechenland getan”, man könne nicht alle drei Monate die Abmachungen mit Griechenland neu hinterfragen.

Szenarien eines Euro-Austritt “sehr schmerzhaft”

Ob Griechenland in der Eurozone bleiben wolle oder nicht, könnten nur die Griechen selbst und die neue griechische Regierung entscheiden. Es sei aber klar, dass auch die Szenarien eines Euro-Austritts “sehr schmerzhaft” wären. “Wir sind heute unvergleichlich besser aufgestellt für einen Bankrott eines Staates als vor drei Jahren”, betonte Fekter. Ob die getroffenen Vorkehrungen ausreichend seien, könne heute aber niemand sagen.

Die Ministerin sieht keinen starken Gegensatz zwischen den Positionen Deutschlands, das eher auf Konsolidierungsmaßnahmen setzt, und Frankreich, das mehr Wachstumsanreize anstrebt. Beides sei notwendig und bei den Zielen seien sich auch alle einig, es gebe aber gravierende Meinungsunterschiede darüber, wie diese Ziele zu erreichen seien.

“Ich artikuliere mich relativ deutlich”

Kritik an ihrer Wortwahl im Zuge der Schuldendiskussion findet Fekter überzogen, räumt aber ein: “Ich artikuliere mich relativ deutlich.” Probleme mit den Finanzministern der anderen Euroländer gebe es deswegen nicht, es gebe vielmehr ein “enorm positives Feedback von den Kollegen”.

(APA)

 

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