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Faszination über Generationen

Alexander Guem ist mit Sohn Nico bereits eifrig am Einkleben von Panini-Bildern.
Alexander Guem ist mit Sohn Nico bereits eifrig am Einkleben von Panini-Bildern. ©Lerch
Bregenz - Aufreißen, abziehen, einkleben: Vor der EM werden eifrig Panini-Bilder gesammelt.

Die Fußball-Nationalteams schwören sich mit jeder Trainingseinheit mehr auf die bevorstehende Europameisterschaft ein. Die Green-Keeper der Stadien mähen jede Woche den Rasen neu. Ziehen die Linien nach und bewässern zweimal täglich das Grün. Die Fußball-Fans bereiten sich nicht weniger akribisch auf das Großereignis vor. Eifrig werden sie gesammelt, getauscht und geklebt: Die Panini-Bilder. Jung und Alt legen sich immer wieder ins Zeug, damit sie beim Eröffnungsspiel ihre Stars beisammen haben. Zwei Monate vor dem Beginn eines jeden Großanlasses kommen die Bilder der Spieler und Stadien in den Verkauf. Kioskbetreiber reiben sich dann die Hände. „Die Panini-Bilder gehen immer gut. Jedes Mal werden Tausende von diesen Päckchen verkauft“, bestätigt Günther Gmeiner von der Tabaktrafik Dornbirn Schwefel. Mit Schrecken erinnert er sich jedoch an die EURO 2008 in der Schweiz und Österreich: „Da wurden wir derart überrannt, dass uns die Sammelware ausgegangen ist, das war ein Horror.“ 

Panini ist längst Kult

Ausgebrochen ist das Sammelfieber längst auch im Hause Guem, wo die Tradition in die nächste Generation weitergegeben wurde. SCRA-Kicker Alexander Guem (35) hat früher selbst bei jedem Großanlass Paninis gesammelt und unterstützt jetzt seinen Sohn Nico (8), damit die Sammlung komplett wird. Zu Altachs Bundesliga-Zeiten – „als es auch von uns Panini-Bilder gab“ – habe Nico angefangen zu sammeln. Nun tue er das bei jeder Welt- oder Europameisterschaft. „Das ist auch für mich immer wieder ein Highlight, da es an die eigene Kindheit erinnert. Und wer hat früher nicht gerne Panini-Pickerl gesammelt“, sagt Guem, weshalb er gerne etwas tiefer in die Tasche greift. Schließlich kostet ein Päckchen zu je fünf Bildern stolze 60 Cent. „Außerdem ist unsere Verwandschaft groß, da verteilt es sich recht gut“, meint der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Seit Mexiko 1986

Der Sammel-Virus erwischt aber nicht nur die Kids, sondern macht sich auch unter den Erwachsenen breit. So zum Beispiel bei Christian Breuß (32). Seit der Fußball-WM 1986 in Mexiko ist er leidenschaftlicher Sammler. Seine Devise: „Bevor die Endrunde beginnt, muss das Heft immer voll sein.“ Dafür hat er sich mit den Jahren eine bestimmte Taktik zurechtgelegt: Kauft nie beim gleichen Kiosk; schaut immer, wie voll die Packung ist; ab einer gewissen Zeit wird dann nur noch getauscht. Denn doppelte Ronaldos, Rooneys und Ribérys müssen durch fehlende Bilder ersetzt werden. „Dafür gibt es viele Möglichkeiten. In der eigenen Firma oder auf den zahlreiche Tauschbörsen“, weiß Breuß.

Auch viele Erwachsene

Denn wenn das Tauschgeschäft nicht läuft, dann wird es teuer. Ansonsten aber „kann man mit circa 80 Euro rechnen bis das Heft voll ist“, meint der 32-Jährige. Für ihn ist das Sammeln von Panini-Bildern immer eine willkommene Gelegenheit, das Kind im Manne wieder aufleben zu lassen. Und es würde viele Erwachsene geben, die das vor den Welt- und Europameisterschaften jedes Mal aufs Neue machen. Noch haben Nico Guem und Christian Breuß wenige Mannschaften vollständig beisammen. Bis zur Europa­meisterschaft, die vom 8. Juni bis zum 1. Juli in Polen und der Ukraine stattfindet, bleibt beiden ja noch Zeit um ihr Sammelheft mit den über 500 Bildern zu komplettieren.

Panini – Die Geschichte

1945 eröffneten die Brüder Panini einen Zeitungsstand in Modena. Neun Jahre später, also 1954, gründeten sie einen Zeitungsvertrieb. Obwohl sich die Umsätze damals schon im Größenbereich von sechzig Millionen Dollar bewegten, blieb die Firma ein Familienbetrieb. Im Jahre 1961 erschien das erste Sticker-Album mit Bildern italienischer Fußballmannschaften. 1988 wurde die Firma an die Maxwell-Gruppe verkauft, die vieles in der Führungsebene veränderte und ausländische Manager einsetzte. Nach einigen finanziell unsicheren Jahren kauften Gallo Cuneo und De Agostini die Firma und führten sie in nur zwei Jahren wieder zu ihrer alten Größe. Die Panini-Gruppe mit Sitz in Modena/Italien und Filialen in allen wichtigen Ländern Europas, in Chile und in Brasilien ist weltweiter Marktführer im Bereich Sticker und Aufkleber und Italiens größter Comic-Vertrieb. Mit Aktivitäten in über 100 Ländern und mit 724 Mitarbeitern konnte im Jahr 2007 ein Umsatz von 543 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

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