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Fasching: Zwei Opfer, kein Täter

Streit bei Fasching endete vor dem Gericht. (Fasching Symbolbild)
Streit bei Fasching endete vor dem Gericht. (Fasching Symbolbild) ©Frederick Sams
Landesgericht konnte nicht klären, wer zwei Mitgliedern einer Faschingszunft Tritte gegen den Kopf versetzt hat.

Mit Freisprüchen endete gestern zumindest in erster Instanz ein Strafprozess um zwei Körperverletzungen und eine gefährliche Drohung bei einer Faschingsveranstaltung am vergangenen Rosenmontag in Hohenems. Denn das Landesgericht Feldkirch konnte nicht feststellen, wer wen verletzt und bedroht hat. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher ist nicht rechtskräftig. Staatsanwalt Philipp Höfle gab noch keine Erklärung ab.

In der sogenannten Freinacht in Hohenems wurden am 28. Februar zwei Mitglieder einer Faschingszunft verletzt. Die beiden jungen Angeklagten haben nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den als Zwergen verkleideten Opfern im bewussten und gewollten Zusammenwirken Fußtritte gegen den Oberkörper und den Kopf versetzt. Der 18-Jährige erlitt laut Strafantrag eine Gehirnerschütterung, der 35-Jährige eine Schädelprellung und Kratzwunden am Hinterkopf.

Zeugen machten allerdings widersprüchliche Angaben dazu, welcher der beiden Angeklagten wen verletzt und bedroht hat. Deswegen könne sie nicht mit der für Schuldsprüche erforderlichen Sicherheit sagen, wer was getan hat, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Ein Zeuge behauptete vor Gericht sogar, der eine Angeklagte habe zugetreten – vor der Polizei hatte er aber den anderen Beschuldigten als Täter genannt.

Deshalb wurden sowohl der 19-jährige Erstangeklagte als auch der 17-jährige Zweitangeklagte freigesprochen. Dem unbescholtenen 19-Jährigen wurde Körperverletzung vorgeworfen, dem mit zwei Vorstrafen belas­teten 17-Jährigen neben Körperverletzung auch eine gefährliche Drohung. Die beiden Ange­klagten sagten, sie hätten niemanden geschlagen oder getreten.

Der 17-Jährige räumte in der Gerichtsverhandlung ein, es könne sein, dass er in seinem Alkoholrausch zu einem 27-jährigen Zunftmitglied gesagt habe, er werde ihn abstechen. Aber auch diese Aussage genüge nicht für einen Schuldspruch, merkte die Strafrichterin an. Aus ihrer Sicht reichten die Beweisergebnisse zu den angeblichen Fußtritten auch für eine Verurteilung wegen Raufhandels nicht aus.

Opfer und kein Täter

Die Probleme sollen in der Rosenmontagsnacht damit begonnen haben, dass der 17-jährige Zweitangeklagte den Faschingswagen der Zwerge bestiegen und dort zwei junge Damen angerempelt haben soll. Er sei jedenfalls vom Faschingswagen heruntergestoßen worden, sagte der Jugendliche aus dem Bezirk Feldkirch. Deshalb fühle er sich als Opfer und nicht als Täter.

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