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Falluja: US-Offensive hat begonnen

Die US-Truppen im Irak haben in der Nacht auf Montag Bezirke im Westen von Falluja gestürmt und damit offenbar ihre angekündigte Großoffensive gegen die Widerstandshochburg eingeleitet.

Leuchtbomben erhellten die Stadt westlich von Bagdad, zahlreiche Detonationen waren zu hören. Über den Dächern stieg der Lichtschein von Explosionen auf. Die amerikanischen Soldaten brachten das größte Krankenhaus Fallujas und zwei Brücken über den Euphrat unter ihre Kontrolle.

Der Leiter des Krankenhauses, Salih al Issawi, bat die Soldaten nach eigenen Angaben, Rettungskräften den Zugang zum Zentrum Fallujas zu gewähren, um Verwundete zu versorgen. Das sei jedoch abgelehnt worden. Nachdem die US-Truppen die Gegend abgeriegelt hatten, trafen mehrere hundert irakische Soldaten im Krankenhaus ein.

Rund 50 Männer wurden in der Klinik festgenommen, etwa die Hälfte von ihnen wurde nach kurzer Zeit aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Al Issawi kritisierte die amerikanische Militäraktion scharf: „Sie haben sich nicht bewusst gemacht, dass das Krankenhaus keinem gehört – vor allem nicht dem Widerstand.“ Bei Gefechten in der Nacht wurden nach Angaben eines Kliniksprechers zehn Menschen getötet. Die US-Streitkräfte meldeten zwei getötete Marineinfanteristen.

Im Morgengrauen war am Montag in Bagdad der Lärm von Kampfflugzeugen zu hören, die Richtung Falluja flogen. Dort halten sich US-Schätzungen zufolge 3.000 bewaffnete Aufständische versteckt. Rund 10.000 US-Soldaten haben die Stadt von der Außenwelt abgeschnitten, sie warteten nach eigenen Angaben auf einen Befehl des irakischen Übergangsministerpräsidenten Iyad Allawi zur Stürmung. Nach einer neuen Welle der Gewalt, der am Wochenende mehr als 50 Menschen zum Opfer fielen, hat die irakische Regierung inzwischen den Ausnahmezustand verhängt.

Radikale Kleriker in Falluja warnten am Montag erneut vor einer Erstürmung der Stadt. Den irakischen Soldaten, die den Plänen zufolge an einer Großoffensive beteiligt sein sollen, warfen sie vor „die Peitsche der Besatzer“ zu sein. „Diese Erklärung ist unsere letzte Warnung an euch“, hieß es. Die Truppen würden den Widerstand auf der Straße zu spüren bekommen. „Wir werden in eure Häuser eindringen und euch wie Schafe abschlachten.“

Die Terrorgruppe um den Jordanier Abu Musab al Zarqawi bekannte sich unterdessen in einer im Internet veröffentlichten Erklärung zu den Anschlägen auf Polizeistationen in den Städten Haklaniya und Haditha nordwestlich von Bagdad. Dort waren am Sonntag 22 Polizisten getötet worden.

Bei Gefechten nahe Lafifiya wurden nach Polizeiangaben 25 Aufständische getötet. Rund 60 Polizisten in Zivil hätten am Sonntag eine Stellung der Rebellen angegriffen, anschließend sei es zu einem mehrstündigen Schusswechsel gekommen.

Ein Konvoi ziviler Fahrzeuge wurde am Montag auf dem Weg zum Flughafen mit Granaten angegriffen. Zwei Wagen seien getroffen worden, teilte die Polizei mit. Informationen über Opfer lagen zunächst nicht vor. Im Zentrum von Bagdad hat sich Montag früh eine heftige Explosion ereignet. Nach ersten Angaben soll eine Bombe am Straßenrand auf dem Weg zum Internationalen Flughafen der Hauptstadt gezündet worden sein. Offensichtlich galt der Anschlag einer amerikanischen Militärpatrouille. Über das Ausmaß und etwaige Schäden der Explosion lagen zunächst keine Informationen vor.

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