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Fahrsicherheitszentrum in Röthis

Grünes Licht für das zweite Fahrtechnikzentrum in Vorarlberg. Die Fahrsicherheitszentrum Vorarlberg GmbH hat am 30. September den positiven Baubewilligungsbescheid erhalten.

Die Gesellschafterversammlung der Test&Training, jener Tochtergesellschaft des Clubs, die derzeit sechs ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren allein in Österreich betreibt, beschloss am Mittwoch nach sehr eingehender Prüfung aller relevanten Fakten und ausführlicher Diskussion, das in Röthis geplante Fahrsicherheitszentrum Vorarlberg zu bauen. Test&Training-Geschäftsführer Franz Wurz: „Wir wollen, dass auch die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger Trainings machen können, die sicher ablaufen und wirklich etwas bringen.“

Nach Meinung der Club-Experten und der Gesellschafterversammlung gewährleistet der von den Fahrschulen geplante Trainingsplatz in Röthis diese Sicherheit nicht: Es können dort keine Fahrsicherheitstrainings abgehalten werden, die den ÖAMTC-Standards entsprechen. Den internationalen Standards, wie sie etwa vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat DVR und dem ADAC angewendet werden, entspricht die Anlage ebenfalls nicht. Franz Wurz: „Aufgrund der dem ÖAMTC übergebenen Pläne bestehen auch Zweifel, ob die gesetzlichen Mindestanforderungen für die vorgeschriebenen Übungen im Rahmen der Mehrphasen-Fahrausbildung erfüllt werden. Der neue Mehrphasen-Führerschein kann die Überlebens-Chancen junger Lenkerinnen und Lenker deutlich erhöhen – aber nur, wenn die Trainings richtig abgehalten werden.“

Der ÖAMTC war zu erheblichen Konzessionen bereit, um eine Einigung auf ein einziges, gemeinsames Zentrum in Vorarlberg zu ermöglichen. Doch bei Ausbildungsqualität und Sicherheit kann es für den Club keine Konzessionen geben. Und da bei den Fahrschulen bis jetzt keine Bereitschaft gegeben war, die Gestaltung ihrer Anlage den vom ÖAMTC aus Sicherheitsgründen und zur Gewährleistung des Erreichens der Ausbildungsziele aufgestellten Richtlinien anzupassen, blieb der Gesellschafterversammlung gar keine andere Wahl, als die Entscheidung für den Bau eines eigenen ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Vorarlberg zu treffen.

Der ÖAMTC hält aber selbstverständlich weiterhin seine Einladung an die Vorarlberger Fahrschulen aufrecht, auf den Bau eines eigenen Platzes zu verzichten und mit dem Club zusammen zu arbeiten: Die Fahrschulen können das beschlossene ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum mitbenutzen, für das bereits eine Baubewilligung vorliegt und das 2004 in Betrieb gehen wird. Die Kapazität und das Trainingsangebot des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums in Röthis reichen jedenfalls aus, um alle Bedürfnisse des Vorarlberger Marktes (sowohl Mehrphasen-Trainings als auch Einzelkurse, Motorrad- und Lkw-Ausbildung sowie Fuhrpark-Trainings) zu befriedigen.

In Röthis werden nun definitiv zwei Fahrsicherheitszentren entstehen. Im ganzen Land stößt diese Entscheidung großteils auf Unverständnis und auch die Opposition findet harte Worte für die Landesregierung.

Als Fortsetzung der chaotischen Raumplanungspolitik der Landesregierung bezeichnet Grünen-Chef Johannes Rauch die Genehmigung zweier Fahrtechnikzentren in Röthis. Es grenze an einen Schildbürgerstreich, zwei solche Einrichtungen praktisch am selben Standort zu bauen. Abgesehen davon sei es sehr fraglich, ob Vorarlberg überhaupt zwei Zentren benötigt, so Rauch. In Vorarlberg seien gerade einmal 10 Prozent der Landesfläche für Besiedelung, Wirtschaft und Landwirtschaft geeignet – die Landesregierung tue aber so, als gebe es Flächen ohne Ende, ist Rauch empört. Für ihn ist die Bewilligung von zwei Fahrtechnikzentren schlichtweg absurd und verschwenderisch.

Im Antenne-Gespräch kommentierte der Bürgermeister von Röthis Norbert Mähr die beiden Projekte nur mit einem Kopfschütteln. Mähr bedauert, dass die Gemeinde keine Mitsprachemöglichkeit habe, da beide Baugründe Privatpersonen gehören. Für den Geschäftsführer der Fahrsicherheitszentrum Vorarlberg GmbH Heinz Klaus scheiterte eine Kooperation mit dem Automobilclub an den internen Machtspielen des ÖÄMTC.

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