Experten wollen besseres Nachsorgemodell

Jeder Dritte erkrankt laut Statistik im Laufe seines Lebens einmal an einer Form von Krebs. In Vorarlberg sind es jährlich rund 1.200 Neuerkrankungen. Etwa 40 Prozent überleben die Folgen einer akuten Krebserkrankung nicht.

Bei der onkologischen Jahrestagung in St. Gerold beschäftigen sich Experten derzeit mit einem neuen Nachsorgemodell für Krebspatienten, so der ORF. Psychotherapeutische und sozialrechtliche Aspekte sollen mehr berücksichtigt werden.

Selbst bei guten Heilungschancen leiden Krebskranke an den Folgen der Therapie. Die Behandlung kann langfristige Schäden am Organsystem hinterlassen. Sinnvolle Kontrollen in der Nachsorge sollen das Risiko für eine neuerliche Erkrankung möglichst gering halten. Bei der onkologischen Jahrestagung soll ein neues Nachsorgemodell für Vorarlberg erarbeitet werden.

Primar Gebhard Mathis vom Landeskrankenhaus Hohenems ist der Meinung, dass man das Ganze spezieller gestalten müsse. Derzeit sei es nämlich so, dass sozusagen mit einem groben Schema darüber gefahren werde. Man müsse auf den einzelnen Patienten und die einzelne Erkrankung besser eingehen. Besonders wichtig sei die Rolle des Hausarztes: „Der Hausarzt ist die erste Adresse. Er fühlt den Puls des Patienten und was dahinter steckt. Und der Hausarzt soll unbedingt alle Informationen bündeln, damit der Patient rechtzeitig die richtigen Wege geht.“

Die Nachsorge wird oft als Bedrohung empfunden. Aus der Primärbehandlung entlassen, bleibt die Angst vor einem Rückfall. Wiederkehrende Kontrolluntersuchungen werden als Stress empfunden. Daher ist psychologische Betreuung dann besonders wichtig, sagt die Psychotherapeutin der Krebshilfe-Beratungsstelle Hohenems, Dietlinde Baldauf: „Ich denke, dass die psychotherapeutische Begleitung gerade in diesem Abschnitt einen ganz wesentlichen Teil einnimmt. Für viele Menschen ist es so, dass sie nicht wissen, dass gerade das Ende der Primärbehandlung ein Krisenpunkt darstellt.“

Entscheidend ist, dass in diese Betreuung auch die Angehörigen einbezogen werden, die mit dem Krebspatienten zusammenleben.

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