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Ex-Gerichtsbediensteter mit zertrümmerter Nase

Schuldner soll Gläubiger mit Faustschlag schwer verletzt haben.
Schuldner soll Gläubiger mit Faustschlag schwer verletzt haben. ©Bilderbox/Symbolbild
Feldkirch. Vertagt: Schuldner soll bei Exekution mit Faustschlag Gläubiger schwer verletzt haben.

Mit einem Faustschlag hat der Schuldner bei einer Exekution durch den Gerichtsvollzieher dem Gläubiger am 13. Mai einen Nasenbeintrümmerbruch zugefügt. Dieser Ansicht ist die Staatsanwaltschaft Feldkirch, die Anklage wegen schwerer Körperverletzung erhoben hat.

Der mit vier Vorstrafen belastete Angeklagte bestreitet den Tatvorwurf. Richter Wilfried Marte hat am Dienstag den Strafprozess am Landesgericht Feldkirch zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt.

Der 41-jährige Angeklagte war der Freund einer Tochter des 56-jährigen Verletzten. Als die Beziehung zu Ende ging, trat der Automechaniker Türen im Haus des Vaters seiner Ex-Freundin ein. Dafür wurde er wegen Sachbeschädigung verurteilt. Den Schadenersatz für die beschädigten Türen lässt der Geschädigte per Exekution eintreiben.

Der Geschädigte wurde von der Justiz zwangsweise in die Frühpension geschickt. Der ehemalige Gerichtsbeamte gilt als Aufdecker des Justizskandals beim Bezirksgericht Bludenz. Ein früherer Gerichtsvorsteher des BG Bludenz wurde im März vom Obersten Gerichtshof rechtskräftig wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch zu einer bedingten Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Der Verurteilte darf deshalb nicht mehr Richter sein. Er hatte die Leiterin der Exekutionsabteilung des Bezirksgerichts angewiesen, mit seiner nachgeahmten Unterschrift Exekutionsbeschlüsse zu tätigen.

Bei Exekution dabei

Das mutmaßliche Opfer im anhängigen Strafprozess wegen schwerer Körperverletzung war am BG Bludenz einst selbst Leiter der Exekutionsabteilung. Am 13. Mai durfte er mit gerichtlicher Genehmigung als Gläubiger bei der Exekution gegen den ehemaligen Freund seiner Tochter mit dabei sein.

Der anwaltlich durch Michael Battlogg vertretene 56-Jährige fordert vom Angeklagten ein Teilschmerzengeld von 1000 Euro und den Ersatz der Behandlungskos­ten von 2400 Euro für das ambulante Aufrichten der gebrochenen Nase.

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