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Europa League: Vaduz wird hessisch

Eintracht-Fans mit dem Doppelhalter "Europas beste Mannschaft"
Eintracht-Fans mit dem Doppelhalter "Europas beste Mannschaft" ©dpa
Rund 2000 Eintracht-Fans werden zum heutigen Europa-League-Spiel in Vaduz erwartet. Das sind mehr als ein Drittel der Einwohnerzwahl.
Frankfurt in Vaduz: Halbes Heimspiel für Hütter
„Wir werden den FC Vaduz nicht unterschätzen“

In der dritten Qualifikationsrunde der Europa League trifft der FC Vaduz heute Abend (20:30 Uhr) auf Eintracht Frankfurt. Für den Verein aus Liechtenstein ist es ein Spitzenspiel, das nur bedingt vor heimischer Kulisse ausgetragen wird.

SGE: Auswärts eine Macht

1.500 Unterstützer folgten der SGE in der zweiten Qualifikationsrunde ins estnische Tallinn. 9.000 Anhängern waren bei dem Spiel in Rom, 15.000 in Mailand, 3.000 in der Ukraine, 12.000 in Bordeaux, 5.000 in London sowie auf Zypern und 7.500 in Porto mit dabei. Die Statistik der Auswärtsfahrer bei internationalen Spielen liest sich fulminant.

Da verwundert es kaum, dass in Vaduz bewusst kein Onlineverkauf stattfand, um zu verhindern, dass es ein Stadion voller Frankfurt-Fans wird. Dies erklärte der Mediensprecher des FC Vaduz, Pascal Foser, gegenüber "FM1Today". Doch auch bei dem Verkauf der 1.000 Restkarten haben zuvorderst die Eintracht-Fans angestanden, sagte er weiter.

Etwa hundert Frankfurter hatten die Reise auf sich genommen, um Vor Ort ein Ticket zu erwerben. Schon Stunden vor der Kassaöffnung trafen die ersten Fans ein. "Als der Verkauf anfing, war die Schlange ungefähr 400 Meter lang, der Andrang war extrem», sagte Foser. Nach rund einer Stunde sei das Spiel restlos ausverkauft gewesen.

Etwa 2.000 Frankfurter in Vaduz

Doch die Fans aus Frankfurt lassen sich davon nicht abhalten, ins Fürstentum zu reisen. "Nach Rückmeldungen von den Verantwortlichen aus Frankfurt werden rund 200 bis 300 Gästefans anreisen, die kein Ticket haben werden», wird Foser auf "20Minuten" zitiert.

Das ursprüngliche Auswärtskontigent wurde um 400 Karten auf der Gegentribüne aufgestockt, sodass die Eintracht mit rund 1.600 Karten etwa ein Viertel der Stadionkapazität auslastet. Insgesamt werden jedoch etwa 2.000 Gäste aus Deutschland erwartet, die dem ausverkauften Spiel im Rheinpark Stadion beiwohnen wollen

Zum Vergleich: Das Stadion in Vaduz fasst bei internationalen Spielen rund 6.100 Zuschauer - in Vaduz wohnen 5.500 Menschen. Die Eintracht zählt hingegen 75.000 Mitglieder und rund 50.000 Zuschauer bei den Heimspielen in der Commerzbank-Arena, während das Fürstentum Liechtenstein 38.000 Einwohner hat.

Vorfreude bei den Trainern

"Für uns ist Frankfurt das absolute Traumlos", sagte Vaduz-Trainer Mario Frick. Es sei das größte Spiel in der Geschichte des Vereins und alle Beteiligten seien hochmotiviert. Eintracht-Coach Adi Hütter sollte sich somit auf eine fußballerische Gegenwehr einstellen.

Der ehemalige Trainer der Young Boys Bern konnte in Vaduz noch nie gewinnen. "Meine Erinnerungen sind nicht die besten. Ich habe hier drei Remis geholt und einmal verloren", sagte Hütter. Trotzdem freut sich der Vorarlberger auf das Spiel in Liechtenstein. "Es ist schön, fast in der Heimat zu spielen." Er hoffe, in Vaduz ein paar Freunde zu treffen

Trapp und Sow fehlen in Vaduz

Das Spiel soll auf Seite der Eintracht ohne den "Neuzugang" Kevin Trapp bestritten werden, welcher gestern einen Vertrag über fünf Jahre unterzeichnet hat. "Ich hatte immer das Gefühl, dass es klappen kann", betonte Trapp, für den Paris Saint-Germain etwa acht Millionen Euro einstreichen konnte. Der Eintracht-Torhüter wird sein "Debüt" frühestens im DFB-Pokal-Spiel gegen Waldhof Mannheim bestreiten.

Ebenso fehlen wird der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler Djibril Sow. Der Neuzugang aus Bern zog sich im Juli einen Sehneneinriss im rechten Oberschenkel zu. "Wir sind natürlich haushoher Favorit, aber diese Rolle müssen wir auch erst einmal erfüllen. Dafür müssen wir zu 100 Prozent unsere Leistung abrufen und konzentriert an die Sache herangehen. Dann werden wir auch eine Runde weiterkommen", sagte der Schweizer.

Rebić-Einsatz noch unsicher

Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébastien Haller ruht die Hoffnung auf dem Angriff um Dejan Joveljic und Goncalo Paciencia. Der Einsatz von Vize-Weltmeister Ante Rebić ist indessen offen. Erst nach dem Abschlusstraining würde entschieden werden, ob er mitwirken kann.

"Neuzugang" Martin Hinteregger könnte hingegen zum ersten Mal seit seiner Rückkehr auf dem Platz stehen. Der Österreicher sei fit und eine Option für das Europapokal-Spiel gegen Vaduz, sagte Hütter.

Der Vize-Weltmeister bei einer Trainingseinheit (APA/AFP/dpa)

(Red.)

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