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Euro knackt erstmals Marke von 1,30 Dollar

Am Mittwoch hat die Gemeinschaftswährung mit 1,3007 Dollar einen neuen Höchststand erreicht. EU-Währungskommissar Almunia sieht im Höhenflug des Euro im Verhältnis zum Dollar als Risiko für den Wirtschaftsaufschwung in Europa.

Als wichtigster Grund für den Höhenflug gelten das riesige amerikanische Haushalts- und Außenhandelsdefizit. Nach Gewinnmitnahmen hat der Euro-Kurs bis zum frühen Abend (18 Uhr) auf 1,1922 Dollar nachgegeben. Händler erwarteten dass die US-Notenbank Fed den Leitzins heute Abend zum vierten Mal in diesem Jahr um einen viertel Prozentpunkt anheben werde.

Almunia erklärte am Mittwoch, die europäische Wirtschaft sei durch den hohen Ölpreis und durch den Euro-Dollar-Kurs mit neuen Risiken konfrontiert. „Wir befinden uns nicht in einer stabilen wirtschaftlichen Erholungsphase, sondern in einer schwachen“, sagte Almunia in Brüssel. Als wichtigste Aufgabe der EU für die nächsten fünf Jahre nannte Almunia die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Die künftige EU-Kommission müsse dabei eine führende Rolle übernehmen.

Der designierte britische EU-Außenhandelskommissar Peter Mandelson warnte vor drastischen Folgen für die europäische Wirtschaft, wenn die EU-Staaten nicht zu weiteren Strukturreformen bereit seien. Die EU müsse nicht nur gegenüber den USA wettbewerbsfähiger werden, sondern auch gegenüber China, Indien und andern asiatischen Mitbewerbern.

Am Mittwoch-Nachmittag war bekannt geworden, dass das US-Handelsdefizit im September zum vierten Mal in Folge über 50 Mrd. Dollar gelegen war. Das Defizit in der US-Handelsbilanz war mit 51,6 Mrd. Dollar (40 Mrd. Euro) aber etwas geringer als erwartet. „Die Zahlen zur US-Handelsbilanz haben eigentlich gegen einen Euro-Anstieg gesprochen“, sagte Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. „Der Markt wollte die 1,30-Dollar-Marke aber fallen sehen.“

Die Marke von 1,30 Dollar galt als psychologische Grenze: So hatte der deutsche ifo-Chef Hans-Werner Sinn schon zu Jahresbeginn gewarnt, dass mit einem Kurs von 1,30 Dollar die Gefährdungsgrenze erreicht werde. Bei noch höheren Kursen werde der Export – Wechselkursabsicherungen zum Trotz – in Mitleidenschaft gezogen. Dann sei zu befürchten, dass die Exportkonjunktur zum Erliegen kommen werde. Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte die Wechselkursturbulenzen als „brutal“ und „nicht willkommen“ bezeichnet.

Da die USA mehr konsumieren als produzieren, muss diese Lücke mit fremdem Geld geschlossen werde. Nachdem die ausländischen Kapitalzuflüsse zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2003 fielen und das Außenhandelsdefizit seit Monaten nahe seines Rekordhochs von rund 55 Mrd. Dollar verharrt, stieg der Euro in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Experten rechnen in den kommenden Wochen mit einem weiteren Ansteigen. „Bis 1,35 oder 1,40 Dollar könnte sich der Euro noch entwickeln“, sagt Deutsche-Bank-Volkswirt Ulrich Beckmann unter Verweis auf die negative amerikanische Handelsbilanz.

Weder die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA noch die verbalen Interventionen der EZB haben den Euro-Kursanstieg bisher verhindern können. Es wurde erwartet, dass die US-Notenbank am Abend europäischer Zeit ihren Leitzins voraussichtlich auf 2,00 Prozent und damit exakt auf das EZB-Niveau anhebt. Die Mehrheit der Volkswirte geht davon aus, dass das Zinsniveau in den USA spätestens Anfang 2005.über das der EZB steigen wird. Höhere Zinsen machen Dollar- Anlagen attraktiver und stützen damit die US-Währung. Wegen der schwachen Konjunktur dürfte die EZB ihren Leitzins in den ersten Monaten 2005 stabil halten.

Die teure Gemeinschaftswährung ist Gift für die Konjunktur in den Euro-Ländern, da sie die Exporte in den Dollarraum verteuert und die Nachfrage dämpft. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte deshalb am Montag vor den Risiken eines starken Euro gewarnt und die jüngsten Wechselkursbewegungen als „brutal“ bezeichnet, den Höhenflug der Währung damit aber nur vorübergehend gebremst.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs kurz vor dem Rekordwert auf 1,2977 (1,2911) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7706 (0,7745) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6987 (0,6963) britische Pfund, 137,44 (136,57) japanische Yen und 1,5222 (1,5273) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 433,40 (433,65) Dollar festgesetzt. Der Kilobarren kostete 10.805 Euro nach 10.775 Euro am Vortag.

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