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EURO ist nur bedingt Umsatz-Turbo fürs Ländle

Bregenz - "Unbezahlbar" ist für Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, jene Vorarlberg-Werbung, die via EM-Public-Viewing unseren wichtigsten Gästeherkunftsmarkt Deutschland erreicht. Interview mit VN-Experte Erich Ortner  | 

Dann ist’s mit der Liste jener, die Nutzen aus dem in Österreich und der Schweiz ausgetragenen Fußball-Spektakel schlagen, freilich schon fast wieder aus, sieht man von den Bierbrauern, einzelnen Handelssparten oder Teilen der Hotellerie ab.

„Im Handel sind die Lebensmittelgeschäfte offenkundigster EM-Profiteur: Wer zum Public Viewing zu weit hat, zelebriert den Anlass in den eigenen vier Wänden, und die Vorarlberger decken sich entsprechend mit Trink- und Knabberbarem ein. Alle anderen Sparten melden aber business as usual“, meinte WK-Handelssparten-Geschäftsführer Dr. Manfred Fiel auf unsere diesbezügliche Frage. Otto Fink, Elektrohändler aus Wolfurt, verkörpert die zweite Gruppe, die schon jetzt als EM-Gewinner feststeht: „In den letzten zwei Monaten verkauften wir um 30 Prozent mehr Flachbildschirme, als wir es ohne Fußball-EM getan hätten“, zog er auf Anfrage eine positive Bilanz.

Gleich 20 oder mehr Prozent zusätzlichen Ausstoß hatten Österreichs Bierbrauer als EM-Ziel definiert. Dazu Mohrenbräu-Marketingchef Thomas Pachole: „Das war eindeutig zu hoch gegriffen, außerdem muss man zwischen Handel und Gastronomie differenzieren. Während unser Absatzplus über den Handel sehr wohl zweistellig sein dürfte, spüren wir bis jetzt bei der Gastronomie – auch wetter- und bestellrhythmusbedingt – weniger von der EM.“ Beim Public Viewing freilich sei der Bierdurst „europameisterverdächtig“.

Wenig Geschäftsbelebung durch die EM spüren, und das verwundert doch, die Tankstellen in der fraglichen Region. Obwohl man meinen möchte, dass quasi jede(r) Deutsche, der/die von den Bregenzer Freiluft-Übertragungen nach Hause aufbricht, den Tank im (noch) billigeren Österreich füllen, berichtete man uns gestern von der OMV-Tankstelle vor der Grenze von „üblichen, aber keineswegs EM-bedingt angekurbelten Kundenfrequenzen“.

Touristiker Schützinger erklärte gestern, 20.000 Gästenächtigungen im Großraum Bregenz, teils auch in näheren Talschaften, gehen ausnahmslos aufs Konto von EM bzw. ZDF-Arena. 23 Mill. TV-Zuseher sahen letzten Sonntag das Deutschland-Spiel, 20 Millionen die folgende Analyse. Schützinger: „Ohne unpatriotisch zu sein – aber je weiter sich das deutsche Team Richtung EM-Finale spielt, umso stärker nützt das der deutschen touristischen Nachfrage nach unserem Angebot.“ EM-bedingt dürfte sich der Urlaubskonsum heuer aber Richtung Juli/August verschieben.

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