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EU hat die Haare der Jugend im Visier

Gehören gefärbte Haare bei Jugendlichen bald der Vergangenheit an?
Gehören gefärbte Haare bei Jugendlichen bald der Vergangenheit an? ©VOL.at/Klaus Hartinger
Schwarzach - Unter 16-Jährige müssen vielleicht bald auf die gefärbte Haarpracht verzichten. Was sagen die Vorarberger Jugendlichen dazu?
Umfrage unter Vorarlberger Jugendlichen

Ein Solarium- und Tattooverbot gibt es bereits. Alsbald könnte es auch heißen: Haarefärben für unter 16-Jährige verboten. Eine neue EU-Richtlinie hat derzeit nämlich die Haare der Jugend im Visier: Bestimmte Färbemittel sollen demnächst nicht mehr an Teenager verkauft werden dürfen. In rund einem Jahr soll das Verbot auch per Verordnung festgeschrieben werden. Vor allem bei Friseuren und Jugendlichen sorgt dieses Ansinnen für Wirbel. „Dieses Produkt ist nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt.“ Mit diesem Warnhinweis müssen Haarfärbemittel mit bestimmten Inhaltsstoffen bis spätestens 31. Oktober 2012 versehen sein. Handlungsbedarf hat Brüssel nach dem tragischen Tod eines jungen Mädchens gesehen. Die Schottin war 2009 nach dem Haarefärben ob eines allergischen Schocks gestorben.

„Auslegungssache“

Im Gegensatz zu Tätowierungen, die mit Unterschrift der Eltern für unter 16-Jährige erlaubt sind, enthält die geplante Verordnung laut dem Bundesinnungsgeschäftsführer der Friseure, Jakob Michael Wild, keinen solchen Passus: „Es gibt auch kein ‚Färbegesetz‘, das die Anwendung regeln würde“, sagt Wild. In Salons bleibe das Haarefärben bei unter 16-Jährigen „Auslegungssache, weil es sich um einen Warnhinweis und kein dezidiertes Verbot handelt“. Vorsichtshalber hat die Innung den Mitgliedern aber dennoch von der Farbbehandlung abgeraten, auch wenn Eltern schriftlich zustimmen würden. Nicht so einfach hinnehmen wollen diese EU-Idee auch die Vorarlberger Friseure. „Das gehört ausdiskutiert, das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen“, lautet die Kampfansage des Vorarlberger Innungsmeisters Günther Plaickner. „Aber generell ist es wieder ein Gesetz, das von Leuten gemacht wird, die keine Ahnung haben“, verweist Plaickner auch auf dermatologisch getestete Farben, die zu 96 Prozent aus natürlichen und nur zu vier Prozent aus künstlichen Inhaltsstoffen bestehen. Zuallererst sei hierbei jedenfalls die Industrie gefragt. Sollten die Farben tatsächlich schädliche Inhaltsstoffe enthalten, sieht der Innungsmeister nicht ein, wieso der Handel nach wie vor Kolorationen verkaufen dürfe. „Dann müsste man sofort jede Farbe aus dem Regal nehmen.“

Altersgrenze

Auch die Altersgrenze ist für Plaickner nicht nachvollziehbar. „Das ist von einer Logik weit entfernt. Dann kauft die Mutter die Farbe und die Tochter verwendet sie.“ Und überhaupt: „Was unterscheidet denn einen 16- von einem 17-Jährigen?“ Es bleibe abzuwarten, wie die Verordnung tatsächlich aussehen wird. Lehrlinge dürften mit den Mitteln sehr wohl umgehen – nach entsprechender Aufklärung und dem Tragen von Schutzhandschuhen. Am morgigen Freitag soll beim Innungsmeister-Treffen in Salzburg dieses Thema angesprochen werden.

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