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Erzähler inklusive: Mozarts "Entführung aus dem Serail"

Salzburg - Mozarts Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" hatte am Sonntag unter der musikalischen Leitung von Johannes Wildner am Salzburger Landestheater Premiere. Der scheidende Intendant Peter Dolder inszenierte Mozarts deutsches Singspiel als nur teilweise gelungenes Experiment.

Eine Geschichte von der Liebe, der Trennung, von Kultur- und Geschlechtskonflikten, bei der am Ende Verzeihung alles und Rache nichts bedeutet. Mozarts mehr als bloß unterhaltendes Singspiel “Die Entführung aus dem Serail” hatte gestern, Sonntag, unter der musikalischen Leitung von Johannes Wildner am Salzburger Landestheater Premiere. Intendant Peter Dolder konnte für seine Inszenierung auf ein phantastisches Mozarteum Orchester und nicht immer tadellose Sänger zurückgreifen und baute darüber hinaus zwei zusätzliche Erzählerrollen ein. Insgesamt ein nur teilweise gelungenes Experiment.

Auf die Besonderheit dieser Inszenierung musste das Publikum nicht lange warten. Schon vor Beginn der Ouvertüre betreten die Erzähler (Elisabeth Nelhiebel und Torsten Hermentin) die Bühne, hantieren mit Belmonte- und Konstanze-Marionetten und erzählen die Vorgeschichte zu Mozarts bekanntem Singspiel. Diese Regie-Idee zieht sich bis zum Schluss: Die Erzähler begleiten und kommentieren das Geschehen auf der Bühne und greifen sogar in die Handlung ein.

Da wird der spanische “Macho” Belmonte mit einer passenden Sonnenbrille ausgestattet, der türkische Patriarch Osmin wird von Elisabeth Nelhiebel zurechtgewiesen, und im dritten Akt unterbricht Torsten Hermentin das Loblied auf den Bassa, weil so ein Ausgang “utopisch” sei.

Die beiden machen ihre Sache gut, zeigen unterschiedliche Perspektiven auf und bringen Witz in das Singspiel. Nötig war diese eigenständige Erzählebene für das Gelingen der “Entführung” aber nicht. Zu künstlich und gewollt wurde an manche Themen der heutigen Zeit angeknüpft. Handy, SMS, Frauen- oder Ausländerthematik und sogar das jugendsprachliche “Oida” wurden in die Handlung förmlich hineingezwängt. Ein etwas zu gut gemeinter moderner Ansatz, der auch beim Publikum nicht richtig punkten konnte.

Überschwänglichen Applaus gab es hingegen für alle Sänger und Schauspieler, allen voran für Hege Gustava Tjonn als Konstanze, obwohl sie erst im zweiten Teil der “Entführung” ihre Intonationsschwierigkeiten und die fehlende Leichtigkeit in der Höhe in den Griff bekommen hat. Auch Krzysztof Borysiewicz zeigte zwar einen griesgrämig-komischen Osmin, hatte aber insbesondere in sehr tiefen Lagen zu kämpfen. Anja Nina Bahrmann überzeugte als rassige Blonde mit einem klaren und kräftigen Sopran, Mark Milhofer gefiel als äußerst gefühlvoller Belmonte, mit großer Brillanz in den Piani. Franz Supper komplettierte das Ensemble als souveräner Pedrillo. Als sehr charismatisch erwies sich der Schauspieler Andreas Peer in der Rolle des Bassa Selim. Das Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Johannes Wildner führte spritzig und frisch durch Mozarts Singspiel. Passend dazu: der Chor des Salzburger Landestheaters.

Gelungen war jedenfalls die puristische Drehbühne (Bernd-Dieter Müller), die an den türkischen Halbmond erinnerte. Passende Requisiten und stimmungsvolle Lichteffekte hielten das weiße Bühnenbild lebendig. Besonders gut kamen dadurch die klassischen Kostüme (Annette Zepperitz) zur Geltung, die auf die jeweiligen Charaktere fein abgestimmt waren. Die Ouvertüre bebilderte Thomas Wizany mit treffenden Karikaturen zu Belmontes Reise in den Orient.

Diana Oberreiter/APA

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