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Erstmals detaillierte Grenzgänger-Statistik

Rund 35.000 Menschen in der Euregio-Bodensee pendeln über Staatsgrenzen zu ihrem Arbeitsplatz. Damit gibt es rund um den Bodensee mehr Grenzgänger als in anderen Grenzregionen Westeuropas.

Dort beträgt der Grenzgänger-Anteil nach einer neuen Studie im Schnitt 1,4 Prozent der Beschäftigten, während er in der Euregio-Bodensee 1,8 Prozent ausmacht. Vorgelegt wurden die erstmals zusammengestellten Grenzgänger-Zahlen für die Region vom Projekt Eures-Bodensee und der Internationalen Bodenseekonferenz. Aufbereitet hat sie das Konstanzer Büro “translake”. Projekt-Leiter Jonathan Schulz sagt, die Zahlen seien damit erstmals bis auf Ebene einzelner Gemeinden verfügbar.

Pendlerzentrum ist vor allem die südöstliche Euregio mit Rheintal und Liechtenstein. Hier arbeiten 21.000 Grenzgänger und damit 60 Prozent aller Grenzpendler. Aus Vorarlberg fahren knapp 7000 Menschen nach Liechtenstein und 7500 in die Schweiz. Von der Schweiz pendeln 5500 Menschen nach Liechtenstein. Im Westen der Euregio leben rund 11.000 Grenzgänger. Hier pendeln vor allem Deutsche aus den Landkreisen Konstanz (5900) und Waldshut (3500) in die Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich. Ein kleineres Pendlerzentrum ist die Grenze zwischen Süddeutschland und Vorarlberg, die von 1700 Menschen gequert wird.

Unterschiedlich ist der Anteil an Grenzpendlern unter den Beschäftigten in einzelnen Ländern und Kantonen: So kommen in Liechtenstein 45 von 100 Beschäftigen über die Grenze zur Arbeit, im Kanton Schaffhausen beträgt ihr Anteil zehn Prozent, im Thurgau 3,1 Prozent und im deutschen Teil der Euregio nur 0,3 Prozent. Als großes Hindernis erweist sich der Bodensee. Vom am nördlichen Ufer gelegenen deutschen Hinterland pendelt kaum jemand in die Schweiz. Die meisten Grenzpendler arbeiten laut der Zahlen im Maschinenbau, gefolgt von Handel und Metallindustrie. Ausnahmen sind der Thurgau und Zürich, wo Handel und Dienstleistung bei den Grenzgängern dominieren.

Nach der erstmals detailliert vorgelegten Statistik sank die Zahl der Grenzpendler zwischen 1990 und 2001 um rund fünf Prozent. Als Ursache gilt die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. In der Schweiz steigen die Zahlen aber nach einem starken Rückgang bis 1998 seit 1999 wieder leicht an. Johannes Rutz, Leiter des Amtes für Arbeit des Kantons St. Gallen, hofft durch die Statistik auf Informationen über die Wirkung der bilateralen Verträge und der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktpolitik. Rutz ist Präsident von Eures-Bodensee, einem Bündnis von Arbeitsverwaltungen und Sozialpartnern in der Euregio. Ziel von Eures ist, die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt in der Region zu verbessern. Eures hat deshalb die Zusammenführung der national sehr unterschiedlich geführten Statistiken in Auftrag gegeben.

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