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Großes Interesse bei Massentests in der Slowakei

Ministerpräsident Igor Matovic hat die Tests initiiert
Ministerpräsident Igor Matovic hat die Tests initiiert ©APA (AFP/Getty)
In der Slowakei hat am Samstag die erste Runde von Corona-Massentests im gesamten Land begonnen. Vor den Abnahmestellen bildeten sich bei regnerischem Wetter teils lange Schlangen. In der Hauptstadt Bratislava musste nach Angaben der Stadtverwaltung mit Wartezeiten bis zu drei Stunden gerechnet werden. 30 österreichische Bundesheer-Sanitäter unterstützen bei den Tests.

Nicht alle der knapp 5.000 Teststellen konnten geöffnet werden. Es mangelte unter anderem an medizinischem Personal, obwohl eine Bonuszahlung von 500 Euro für den Einsatz winkt. Verteidigungsminister Jaroslav Nad präsentierte ein erstes Zwischenergebnis. Bis Mittag seien 830.000 Menschen getestet worden, sagte er nach Angaben der Agentur TASR. Dabei seien 7.947 Proben positiv ausgefallen - also knapp ein Prozent.

Der seit März regierende konservative Ministerpräsident Igor Matovic stellt den Massentest als Alternative zum Lockdown dar: "Wir haben die große Chance, Europa und der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht, ohne Schließung der Wirtschaft und Millionen Arbeitsloser." Er rief alle Bürger zwischen zehn und 65 Jahren zur Teilnahme auf.

Verwendet werden Antigen-Tests, die als weniger zuverlässig als PCR-Labortests gelten. Die Teilnahme ist an sich freiwillig. Doch nur wer ein negatives Ergebnis vorweisen kann, wird von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Die liberale Präsidentin Zuzana Caputova warnte im Vorfeld, man dürfe die Bürger nicht in zwei Klassen einteilen - diejenigen mit einem "Passierschein für die Freiheit" und jene, die nicht mehr an die Reihe kamen.

Die Abnahmestellen sind auch noch am Sonntag geöffnet. Die zweite Testrunde folgt am 7. und 8. November. Die Slowakei hat knapp 5,5 Millionen Einwohner. Vor einer Woche gab es einen Probelauf in vier Verwaltungsbezirken an der Grenze zu Polen, bei dem knapp vier Prozent der Teilnehmer positiv getestet wurden.

Nach Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC steckten sich in dem EU-Mitgliedstaat binnen 14 Tagen statistisch gesehen 504,6 Menschen je 100.000 Einwohner an. Im benachbarten Tschechien lag dieser Wert bei 1.512,3 und in Deutschland bei 182,1. Seit Beginn der Pandemie starben in der Slowakei 200 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, wobei das Land nur Verstorbene zählt, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde.

(APA/dpa)

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