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Errichtung eines islamischen Friedhofs

In Vorarlberg werden weiter die Weichen für die Errichtung einer Begräbnisstätte für Muslime gestellt. Ein vom Vorarlberger Gemeindeverband eingesetzter Arbeitskreis soll bis Herbst 2005 die offenen Fragen klären.

Für Gemeindeverbandspräsident Wilfried Berchtold (V) ist die Schaffung eines islamischen Friedhofs keine Frage mehr des „Ob“, sondern nur noch des „Wie“, teilte der Gemeindeverband am Donnerstag mit.

Der Arbeitskreis ist aus Vertretern der Landesregierung, der Katholischen Kirche, der Islamischen Gemeinschaften sowie des Gemeindeverbands und der Gemeinden zusammengesetzt. Zu eruieren gilt es für den Arbeitskreis unter anderem, wie viele Anlagen gebraucht werden, welche Standorte in Frage kommen und wie Trägerschaft sowie Finanzierung bewerkstelligt werden sollen.

In Vorarlberg leben derzeit etwa 29.500 Muslime, das sind rund acht Prozent der Bevölkerung. Verstorbene werden zur Bestattung zum Großteil in die Türkei überführt, pro Jahr sind es rund 70 bis 80 bei Kosten von jeweils zwischen 3.500 und 5.000 Euro. Von 1974 bis Februar 2004 waren es 779 Muslime, die in der Türkei ihre letzte Ruhestätte fanden. Die im Herbst 2003 gegründete „Initiativgruppe Islamischer Friedhof“ hat im August 2004 bei der Vorarlberger Landesregierung einen Antrag zur Errichtung „zumindest eines islamischen Friedhofs auf Vorarlberger Boden“ eingebracht.

Das türkische Generalkonsulat wünscht sich laut einer aktuellen Studie von Elisabeth Dörler (Islam-Beauftragte der Diözese Feldkirch) einen zentralen islamischen Friedhof für Vorarlberg, kann sich aber etwa auch vier regionale Begräbnisstätten vorstellen. Sowohl die römisch-katholische Kirche als auch die Muslime sind sich einig, dass es auf Grund der verschiedenen Bestattungsriten zu keiner Vermischung der Gräber kommen soll.

In anderen Bundesländern werden Muslime weiter auf den allgemeinen, kommunalen Friedhöfen bestattet. In Graz ist etwa für Muslime das „islamische Gräberfeld“ auf dem Zentralfriedhof reserviert. Südlich von Graz, in Lebring, gibt es einen eigenen Moslem-Friedhof. Er stammt aus der K.u.K.-Zeit und beherbergt die Gräber der Angehörigen der einst in Graz stationierten bosniakischen Regimenter.

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