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Eröffnung am 16. Juni: Das ist Vorarlbergs erste Jugend-Notschlafstelle in Dornbirn

©VOL.AT/Mayer
Auch Jugendliche sind von Wohnungslosigkeit betroffen. Die neue Notschlafstelle bietet Platz für sechs Personen und eröffnet am 16. Juni.
Neue Notschlafstelle für Jugendliche
Jugend-Notschlafstelle in Planung
Jugendnotschlafstelle in Dornbirn
NEU

Pro Jahr sind ungefähr 15 Jugendliche in Vorarlberg obdachlos oder nicht mehr erreichbar. Wohnungslosigkeit wird oftmals verschwiegen, vor allem für Mädchen bedeutet sie mitunter die Gefahr der sexuellen Ausbeutung. Eine Notschlafstelle für Jugendliche war daher schon seit Jahren geplant. Nach umfangreichen Vorarbeiten soll die Jugendnotschlafstelle Anker nun am 16. Juni in Dornbirn in Betrieb gehen. Die Einrichtung soll die immer wieder bestehende Lücke im Hilfssystem in der Versorgung von Jugendlichen schließen. Der Entscheidung gingen eine lange Diskussion und eine wissenschaftliche Aufarbeitung durch zwei Studentinnen der FH Vorarlberg voran. Auch Recherchen in anderen Bundesländern und Deutschland waren Grundlage für das Konzept.

Die Notschlafstelle befindet sich beim Cinema Dornbirn. Bild: VOL.AT/Mayer

Schutz und Unterstützung

Als Träger für die Notschlafstelle wurde die Koordinationsstelle der offenen Jugendarbeit (koje) gefunden. Ein Großteil der Möbel wurde von einem Hotelier und die Schließfächer für Wertgegenstände von der Polizei gestiftet. "In dieser niederschwelligen Anlaufstelle können betroffene Jugendliche in einer prekären Situation zumindest vorübergehend eine gewisse Stabilität finden", meint Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Es brauche ein gutes Netzwerk, um ihnen unter die Arme greifen zu können. Jugendliche, die von akuter Wohnungslosigkeit betroffen sind, können in der Notschlafstelle übernachten, die Aufenthaltstage sind mit max. sieben Nächten pro Monat vorgegeben. Die Betroffenen erhalten einen gesicherten Schutzraum und Schlafplatz, Essen und die Möglichkeit zur Körperhygiene und Wäsche zu waschen.

Es gibt Einzel- und Mehrbettzimmer. Bild: VOL.AT/Mayer

Von 14 bis 21 Jahren

Es bestehen keine generellen Zugangskriterien, Grundlage ist die Hausordnung, die den Suchtmittelkonsum, den Waffenbesitz sowie die Gewaltausübung verbietet. Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr bis zur Erreichung der Volljährigkeit bzw. auch junge Erwachsene bis max. 21 Jahren. Generell kann jeder anonym bleiben, ist der Betroffene einverstanden, wird Kontakt mit Bezugspersonen aufgebaut. Der Aufenthalt ist von 18 Uhr bis 9 Uhr am Folgetag möglich, ein Verbleib während des Tages ist nicht möglich. Die Systempartner der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Wohnungslosenhilfe arbeiten eng zusammen. Die Jugendlichen sollen dabei unterstützt werden, wieder Lebensperspektiven zu entwickeln. Daher wird ihnen auch geholfen, wenn es um den Zugang zu weiteren Unterstützungsangebote geht.

Leiterin Tatjana Tschabrun und ihr Stellvertreter Jochen Jenic. Bild: VOL.AT/Mayer

Alle Jugendlichen willkommen

Ein Team aus ausgebildeten Fachkräften der Sozialarbeit, Psychiatrie und Jugendberatung steht bereit. Die Leitung hat Tatjana Tschabrun übernommen, die bereits in dem Bereich tätig war: "Meine Erfahrungen, die ich aus der niederschwelligen Jugendsozialarbeit und Leitung einer Jugendnotschlafstelle aus Wien mitbringe, sollen in den Aufbau einer Jugendnotschlafstelle in Vorarlberg einfließen", erklärt sie. Alle Teenager sind willkommen - auch Haustiere sind erlaubt: "Ich freue mich auf die Begegnung mit den Jugendlichen - egal, ob aus gesellschaftlich randständigem oder solidem Umfeld", verdeutlicht Tschabrun. Das Projekt ist auf die Dauer von zwei Jahren angesetzt und wird laufend evaluiert.

(VOL.AT)

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