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Erneut hohe Zahl von Opfern durch Minen und Kriegsreste

Landminen sind eigentlich seit 20 Jahren verboten
Landminen sind eigentlich seit 20 Jahren verboten ©APA (AFP)
Landminen und andere explosive Kriegsüberreste haben im vergangenen Jahr mindestens 5.554 Menschen auf der Welt getötet oder verletzt. Die meisten der Leidtragenden seien in Afghanistan, Syrien, Myanmar, Mali und der Ukraine gezählt worden, teilte die Hilfsorganisation Handicap International für die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen mit. Fast alle Getöteten und Schwerverletzten stammten aus der Zivilbevölkerung, darunter viele Kinder (1.562).

Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Verbots von Landminen sorgen vor allem improvisierte Minen und Sprengsätze in bewaffneten Konflikten seit einigen Jahren für hohe Opferzahlen. Die Zahl der Opfer ist weiterhin hoch, auch wenn sie in den vergangenen Jahren zurückging (6.897 im Jahr 2018, 7.253 im Jahr 2017, 9.439 im Jahr 2016), wie im "Landminen-Monitor" der Kampagne deutlich wird. Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Minenräumung vielerorts unterbrochen. Zum fünften Mal in Folge seien auch 2019 wieder die meisten der Opfer durch selbstgebaute Minen verursacht worden - mehr als die Hälfte (2.994) der verletzten oder getöteten Menschen.

Für ihren Beitrag zum Ottawa-Vertrag, der Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Anti-Personen-Minen verbietet, war die Kampagne 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. An das Verbot hielt sich 2019 ein Großteil aller Länder auch über die 164 Vertragsstaaten hinaus, stellten die Experten fest. In mindestens sechs Staaten setzten Rebellen oder andere nichtstaatliche Akteure Minen ein.

Die Ottawa-Vertragsstaaten treffen sich in der kommenden Woche zu einer Videokonferenz, um die Lage im Kampf gegen Landminen zu überprüfen.

(APA/dpa)

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