"Erinnerungsbüro" vom Landestheater NÖ beleuchtet Geschichte

Das "Erinnerungsbüro" wird vom Landestheater NÖ veranstaltet
Das "Erinnerungsbüro" wird vom Landestheater NÖ veranstaltet ©APA/THEMENBILD
Theater, Gespräche, Videos und Stadtspaziergänge zur Geschichte von St. Pölten bietet die Veranstaltungsreihe "Erinnerungsbüro" des Landestheaters Niederösterreich. Dabei geht es um die Aufarbeitung der Vergangenheit aus verschiedenen Blickwinkeln, koordiniert von Julia Engelmayer, leitende Dramaturgin des Landestheaters, die das Programm am Dienstagabend vorstellte.

"Das Ziel ist die Einbindung der Stadtgesellschaft in soziokulturelle Prozesse mit den Themen, die die Menschen in und um St. Pölten beschäftigen", erläutert Marie Rötzer, künstlerische Leiterin des Landestheaters. In Zusammenarbeit mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs, dem Museum Niederösterreich, dem Verein MERKwürdig in Melk, Schulen und dem Stadtarchiv St. Pölten entstehen Projekte außerhalb des Theaterraums.

Schon im Herbst 2020 starteten die Stadtspaziergänge zum jüdischen Leben in St. Pölten mit Julia Engelmayer und der Schauspielerin Bettina Kerl. Dabei kommt u.a. die Biografie von Rosa Lustig (später Kubin) zur Sprache, die als erstes Mädchen in St. Pölten maturierte und nach der Emigrationen in die USA als Chemikerin Karriere machte. Die nächsten Termine werden am 26. März sowie am 7. und 14. Mai 2022 angeboten (Anmeldung unter Tel. 02742/908080-600).

Unter dem Titel "Die lange Tafel" wird im Museum Niederösterreich zum Tischgespräch anlässlich der Ausstellung "Wider die Macht. Die Kunstsammlung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands" geladen. Erster Termin ist der 24. März 2022, weitere Termine sind in Planung, Anmeldung unter Tel. 02742/908090-998.

"Die lebendige Bibliothek", ein partizipatives Schulprojekt zum Thema Erinnerungskultur, wird von der Theaterpädagogin Julia Perschon betreut. Niederösterreichische Schulklassen setzen sich mit autobiografischen Texten schon verstorbener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auseinander und produzieren dazu kurze Filme.

Schließlich bringen Ludwig Wüst und Maja Savic in der ehemaligen Synagoge von St. Pölten die Produktion "Nathan 575" heraus: mit zentralen Passagen aus Lessings "Nathan der Weise", konfrontiert mit Berichten geflüchteter Jüdinnen und Juden aus Niederösterreich. Dabei sind 575 getötete bzw. verschollene jüdische Mitbürger aus St. Pölten namentlich präsent. Premiere ist am 27. Mai 2022, ein Gastspiel im ehemaligen KZ-Außenlager Melk ist in Planung.

(S E R V I C E - Landestheater NÖ, St. Pölten: Erinnerungsbüro. Information: )

(APA)

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