Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

"Ergebnis, nicht Verursacher"

Der studierte Politikwissenschaftler und Soziologe Thore D. Hansen ist spezialisiert auf die Analyse internationaler Politik, Kriegsursachenforschung und - besonders spannend - die Arbeit von Geheimdiensten in diesem Zusammenhang.
Mehr zum Thema

Hansen arbeitete als Wirtschaftsjournalist und war von 2006 bis zum Jahr 2010 Kommunikationsberater von zwei europäischen Großbanken. In dieser Zeit erlebte er den Ausbruch der Finanzkrise hautnah. Heute schreibt er politische Thriller. Seine Freundschaft mit dem ehemaligen CIA-Agenten Philip Agee ermöglichte Hansen unübliche Einblicke in die Entstehung internationaler Konflikte. Der 49-jährige Wahlösterreicher hat ein Gespür für die großen Themen unserer Zeit.

Nicht vorstellbar“

Dieses Gespür fesselte auch die Teilnehmer des Wirtschaftsforums. Hansen referierte  zum höchst aktuellen Thema, wie Populismus die Europäische Union beeinflusst, über seine Ursachen und Auswirkungen für Europa. Dass Populimus von rechts heute wieder so stark geworden ist, so der Autor, „dass das nochmals möglich ist, konnte sich niemand vorstellen“. Die Ursachen seien allerdings nicht erst in der nunmehrigen Migrationsproblematik zu finden. Das habe schon viel früher, nämlich in der Finanzkrise begonnen und sei durch die weiteren Krisen weiter aufgebaut worden. „Den Menschen wurden finanzielle Einschnitte verordnet und plötzlich hat es wieder Millarden Euro gegeben, um Banken zu retten und später auch Griechenland zu stützen“, so Hansen. Das habe die Leute gedemütigt und erzürnt und den Populisten in die Hände gespielt. „Aber diese Angreifer waren nicht die Verursacher, sie sind das Ergebnis dieser Politik“, sagt er und ortet die Schuld in der Arroganz des politischen Establishments, das die Sorgen der Bürger bis heute nicht wirklich ernst nimmt. Menschen, die z. B. in Deutschland durch die Agenda 2010 plötzlich im Billiglohnsektor gelandet sind.

Chancen für Europa

Doch noch sei Europa nicht verloren, ist sich der als scharfer Analytiker bekannte Autor sicher. Trotz des Sperrfeuers der Populisten, „die in der AFD immer weiter ins rechte Eck rücken“, steigen die Umfragen wieder. „Die Leute sehen nun den Brexit und das wollen sie nicht. Ich persönlich hoffe noch, dass ein Wunder geschieht.“ Aber er sehe auch die Chancen, die ein geeintes Europa hat. „Wenn die Kräfte gebündelt werden, dann werden wir das Plastik ersetzen, die Digitalisierung schaffen und innovativ sein“, man müsse nach vorwärts schauen und die Politik dürfe sich nicht von der alten Wirtschaft erpressen lassen. Schließlich habe man auch die industrielle Revolution gemeistert, obwohl damals der Weltuntergang prophezeit wurde.

Aber natürlich müsse man auch das Thema Migration angehen. Es werde wohl einen großen Marshallplan brauchen, der die Länder in Afrika in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung unterstütze. „Das wird die größte Transfergeschichte aller Zeiten“. Man werde über den Lebensstil in Europa verhandeln müssen, Fehlentwicklungen entgegentreten, offen eingestehen, was falsch laufe.

Hansen wünscht sich eine politischere Jugend, mehr politische Bewusstseinsbildung: „Statt in einem Nischenkanal gehören Bundestagsdebatten zumindest einmal wöchentlich in die großen Fernsehsender“, schlägt er vor. Und von den Parteien erwarte er Haltung und nicht eine Politik nach Marketing-Vorgaben.

ZUR PERSON

THORE D. HANSEN
Journalist und Schriftsteller
GEBOREN 25. März 1969
AUSBILDUNG Studium Politikwissenschaft, Soziologie in Hamburg und Boston
LAUFBAHN Journalist, Pressesprecher, Autor

UMFRAGE

Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

  • Herr Hansen hat vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Dabei hat er die Inhalte gut und authentisch rübergebracht und es wäre zu wünschen, dass die Populismus-Gefahr, gerade in Zeiten wie diesen, ernst genommen wird. Mag. Reinhard Braito, i+R Bau GmbH
  • Der Vortrag von Herrn Hansen hat mir gut gefallen. Er hatte bei seinen Ausführungen einen sehr überlegten Zugang und lässt dabei eine kritische Betrachtungsweise aller politischen Ausrichtungen erkennen. Mag. Heinz Peter Balcz, Lang und Schiller Steuerberatung GmbH & Co KG
  • Ich finde er hat die Lage korrekt analysiert. Es war interessant zu erfahren, woher der Populismus kommt und welche Akteure ihn verschuldet haben. Seine Erkenntnisse hat Herr Hansen super hergeleitet. Alex Welzenbach, die3 Agentur für Werbung und Kommunikation GmbH

Mehr zum Thema

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus 7
  • "Ergebnis, nicht Verursacher"
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.