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Erdbeben in Österreich verursachen 2022 nur geringe Schäden

Die schwerste Erschütterung war am 25. Februar in St. Johann im Pongau
Die schwerste Erschütterung war am 25. Februar in St. Johann im Pongau ©APA/GEORG HOCHMUTH
In Österreich hat im Jahr 2022 bisher etwa 2.300 Mal die Erde gebebt, bilanzierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) kurz vor dem Jahreswechsel. 79 Erdbeben waren für die Bevölkerung spürbar. Große Schäden richteten die Erschütterungen aber nicht an. Auch beim schwersten Beben am 25. Februar in St. Johann im Pongau in Salzburg kam es lediglich zu Verputzrissen. Die meisten Erdbeben gab es 2022 in Niederösterreich.

Mit dem Stationsnetz des Erdbebendienstes der ZAMG (Stand Donnerstag 9.00 Uhr) wurden weltweit rund 11.300 seismische Ereignisse registriert. Acht davon waren auch in Österreich spürbar, davon waren je drei aus Italien und Liechtenstein, ein Erdbeben aus Bosnien und eines aus Frankreich. Somit wurden 87 Beben von der Bevölkerung wahrgenommen. Zwar war das deutlich weniger als im Rekordjahr 2021 mit 106 spürbaren Beben in Österreich, die Anzahl liegt aber klar über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 63 spürbaren Beben.

Die starke Bebentätigkeit zwei Jahre hintereinander bedeutet aber keinen Trend zu mehr Erdbeben in Österreich, versicherte die ZAMG. "Die tektonische Aktivität unterliegt natürlichen Schwankungen. Phasen mit mehr Erdbeben wechseln sich mit ruhigeren Zeiträumen ab", sagte ZAMG-Seismologin Rita Meurers.

Neben dem stärksten Beben im Pongau wurden auch die beiden kräftigen Erdbeben im südlichen Mühlviertel bei Gramastetten in Oberösterreich stark wahrgenommen und verursachten leichte Schäden. Größere Schäden an Gebäuden wurden im Jahr 2022 nicht gemeldet.

Die Zahl instrumentell registrierter - und größtenteils nicht spürbarer - Erdbeben in Österreich erreichte mit 2.293 einen neuen Höchstwert. "Ein Grund dafür sind zwei außergewöhnliche Erdbebenserien", sagte Meurers. "Im Raum Wiener Neustadt, Niederösterreich, wurden von Jänner bis März 650 Beben aufgezeichnet und bei St. Johann im Pongau, Salzburg, konnten im Februar und März 362 Beben lokalisiert werden. Aufgrund der laufenden Verdichtung des Stationsnetzes durch die ZAMG und im Rahmen von internationaler Kooperation ist es außerdem möglich, immer mehr schwache Erdbeben zu erfassen."

Mit 25 gefühlten Beben im vergangenen Jahr ist Niederösterreich Spitzenreiter unter den Bundesländern. An zweiter Stelle liegt Tirol mit 19 spürbaren Erdbeben. In Oberösterreich wurden mit 14 Ereignissen für dieses Bundesland ungewöhnlich viele Erdbeben beobachtet. In der Steiermark wurden acht fühlbare Beben registriert, in Kärnten sieben und in Salzburg und Vorarlberg ereigneten sich jeweils drei verspürte Erdbeben.

Über das Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG und über die seit März 2021 angebotene App "QuakeWatch Austria" berichtete die Bevölkerung dem Österreichischen Erdbebendienst von mehr als 4.500 Wahrnehmungen. Die meisten Meldungen kamen zu den kräftigen Erdbeben bei Gramastetten in Oberösterreich (rund 1.200 Meldungen). Die Meldungen aus der Bevölkerung geben Auskunft über die Stärke der Fühlbarkeit und ermöglichen die Ermittlung des Intensitätsgrades auf der Europäischen Makroseismischen Skala. Sie sind außerdem ein wesentlicher Beitrag zur Bestimmung der Erdbebengefährdung in Österreich.

(S E R V I C E - Über das Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG () und über die App "QuakeWatch Austria" () können Wahrnehmungsberichte eingesendet werden.)

(APA)

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