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Erbe aus der Römerzeit in Bregenz

Die Ausgrabungen werden wieder zugeschüttet.
Die Ausgrabungen werden wieder zugeschüttet. ©fst

Pläne für Wohnanlage beim Böckle-Areal in Bregenz.

BREGENZ. (fst) Unzufrieden sind einige Teilnehmer des VN-Bürgerforums mit der Stadtentwicklung in Bregenz in den vergangenen Jahren. “Das ganze Flair ist in der Stadt verloren gegangen”, schreibt etwa Peter Gomm und hebt positive Beispiele aus diversen Grenzstädten in Deutschland “wie Lindau, Wangen usw.” hervor, “wo man beim Einkaufen und Bummeln auch noch was ansehen kann. Ebenso erinnere ich daran, dass etwa die Stadt Kempten sehr viel aus ihrer römischen Geschichte herausholt und dies auch entsprechend vermarktet. Das wäre auch in Bregenz möglich, doch nicht auf die Art, wie unsere Stadtvertretung arbeitet. Hätte man im Falle Böckle-Areal den Wünschen der Erblasser entsprochen, so könnte dort ein schöner Römerpark angelegt werden. Mit sinnlosen Tauschgeschäften der Stadt Bregenz kann dieser Wunsch nun nicht mehr in Erfüllung gehen. Dass der Park nicht im Sinne der Erblasser angelegt wurde, sagt schon alles aus über den Umgang der Stadt mit dem Erbe aus.”

“Detaillierte Pläne”

In die gleiche Kerbe schlägt Herbert Burtscher: “Kein Wunder, dass es um das Böckle still geworden ist, denn nach meinen Informationen existieren schon detaillierte Bebauungspläne. Alles natürlich nur hinter vorgehaltener Hand. Aber ich denke, es wurde in diesem Forum schon genug über falsche Ansiedlung diskutiert. Es gibt Leute, die haben die größeren Köpfe, also überlassen wir ihnen doch das Denken . . .”

65 Wohneinheiten

Mit den Plänen hat Herbert Burtscher nicht ganz unrecht. Tatsächlich gibt es bereits das Ergebnis eines Wettbewerbs für dieses Areal, das allerdings, so Baumeister Alexander Pilsner von der Vogewosi, noch überarbeitet werden muss. “Das Siegerprojekt sieht 65 Wohneinheiten für Betreutes Wohnen, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen vor. In dieser Größenordnung dürfte auch die endgültige Planung liegen. Also durchaus gut verträglich für den Standort in der Josef-Huter-Straße”.

Park wird angelegt

“Verbaut werden nur die Grundstücke, auf denen zuvor das Krankenhaus und die Böckle-Villa gestanden sind”, ergänzt Baudirektor Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Fink. “Der Park wird natürlich, wie vom Erblasser gewünscht, angelegt und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.” Dass man die Ausgrabungen aus Römerzeiten nicht öffentlich zugängig macht, wie etwa in Petronell, wo zur Zeit die Niederösterreichische Landesausstellung “Erobern – Entdecken – Erleben im Römerland Carnuntum” besichtigt werden kann, hat für den Bregenzer Baudirektor gute Gründe: “Am besten konserviert werden die alten Mauern, indem sie unter der Erde bleiben. Die Ausgrabungen von Cosmus Jenny vor 90 Jahren wurden bis auf wenige Ausnahmen auch wieder zugeschüttet, um sie für kommende Generationen zu erhalten, was uns heute neue Aufschlüsse über die Römerzeit ermöglicht, die mit den damaligen Methoden nicht möglich gewesen waren – und genau das machen wir jetzt auch wieder.” Die Ausgrabungen der letzten Monate wurden neu vermessen und werden, wie schon vor 90 Jahren, wieder zugeschüttet. Sie stimmen übrigens großteils mit den Aufzeichnungen von Cosmus Jenny überein. Über das Erbe aus der Römerzeit können kommende Generationen entscheiden und mit neueren und noch besseren Methoden die römische Geschichte von Bregenz aufarbeiten.

Wie ist Ihre Meinung zur Stadtentwicklung in Bregenz? Das VN-Bürgerforum ist eine Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen und mit den VN und den verantwortlichen Stel­len Lösungen zu finden.

Bürgerforum BREGENZ vn.vol.at/buergerforum

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