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Entwarnung nach Ölunfall

Gaißau - Entwarnung nach einem Ölunfall in St. Margrethen: Die gegen 300 Liter Heizöl, die in der Nacht auf Dienstag von einer Baustelle im «Rheinpark» über Meteorschächte in den Alten Rhein und den Bodensee geflossen sind, stellen keine Gefahr für die Umwelt dar. Bilder  | Video  | Vorbericht: Ölverschmutzung in Gaißau und im Bodensee

Das sagte Thomas Rüdiger vom Amt für Umwelt und Energie (AfU) des Kantons St. Gallen am Dienstagmittag zur Nachrichtenagentur SDA. Zwar sei auf dem Binnenkanal und auf dem Bodensee ein hauchdünner Ölfilm zu sehen, doch deswegen werde es weder zu einem Fischsterben noch zu einer Verschmutzung des Trinkwasser kommen.

Die Grösse des Ölteppichs sei bei einem Helikopterüberflug in Augenschein genommen worden. Gemäss Polizei ist das genaue Schadensausmass des Unfalls noch unklar.

Um 6 Uhr wurden Arbeiter einer Baustelle beim Einkaufszentrum Rheinpark auf den Unfall aufmerksam; sie riefen die Feuerwehr.

Interview mit dem Bezirksfeuerwehrinspektor von Bregenz

Die rund 2500 Liter Heizöl, die wahrscheinlich wegen eines Pumpendefekts ausgelaufen waren, konnten zum grössten Teil bereits im Gebäude von der Feuerwehr gebunden und abgepumpt werden.

Auf dieser Baustelle beim Rheinpark kam es zum folgenschweren Unfall

Ölsperren errichtet

Rund 200 bis 300 Liter dürften aber über Meteoschächte in den Alten Rhein gelangt sein, wie es im Polizeicommuniqué heisst. Während die Feuerwehr St. Margrethen am Nachmittag am Unfallort noch mit Binden und Absaugen von Öl beschäftigt war, haben die Wehren von Rheineck, Thal und Rorschacherberg derweil Ölsperren errichtet.

Neben den vier Feuerwehren standen am Dienstagmittag auch Spezialisten der betroffenen Gemeinden und des St. Galler Amts für Umwelt und Energie (AfU) sowie der Abteilung für Wasserwirtschaft des österreichischen Bundeslands Vorarlberg im Einsatz. Das Untersuchungsamt Altstätten hat umgehend Ermittlungen eingeleitet.

Angesichts des glimpflichen Verlaufs des Unfalls spricht OLandesrat Dieter Egger von “Glück im Unglück”. Der Vorfall zeige einmal mehr, wie rasch ein folgenschwerer Fehler passieren könne. Egger betonte deshalb erneut, dass Trinkwasserversorgungen durch ein zweites Standbein oder einen Notverbund abgesichert werden müssen.

Das in den Alten Rhein gelangte Öl wird derzeit an den Ölsperren abgepumpt. Trotz der flächigen Ausdehnung wird seitens der Experten keine nachhaltige Schädigung der Ökologie im Alten Rhein erwartet. Erste Befürchtungen, das Öl könnte bereits in den Bodensee gelangt sein, haben sich nicht bestätigt. Kontrollen von der Luft und vom Wasser aus verliefen negativ. Damit sind auch für den Gaißauer Badestrand am Rheinspitz keine Beeinträchtigungen zu erwarten.

Heute Abend bzw. morgen wird darüber entschieden, wie lange die Ölsperren belassen werden. Eine spezielle Reinigung des ca. vier Kilometer langen Uferabschnitts ist laut Experten angesichts der geringen verbleibenden Ölmengen nicht zweckmäßig. Der Abbau werde natürlich vonstatten gehen.

“Wir hatten Glück, dass durch diesen Ölunfall keine Trinkwasserversorgung unmittelbar betroffen war. Allerdings wurde uns deutlich gezeigt, wie wichtig ein zweites Standbein für eine Trinkwasserversorgung ist”, resümiert Wasserlandesrat Egger abschließend.

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