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Angola: Tote durch Cholera-Epidemie

Bei der schlimmsten Choleraepidemie in der Geschichte Angolas sind nach Zahlen der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" seit Februar mindestens 2.174 Menschen gestorben.

Mindestens 52.824 Menschen hätten sich infiziert, berichtete die Organisation am Mittwoch.

„Es gibt jedoch starke Anzeichen dafür, dass die wirkliche Zahl der Toten und Patienten weitaus höher ist“, sagte der MSF-Koordinator Hernan Del Valle in Johannesburg (Südafrika). Obwohl die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten habe, gebe es angesichts der einsetzenden Regenzeit weiter Anlass zur Sorge. „An den schlechten Rahmenbedingungen hat sich leider nichts geändert.“

Die Cholera ist eine lebensgefährliche Bakterieninfektion, die in mehreren Staaten Afrikas, Südamerikas und Südostasiens vorkommt. Die Erreger Vibrio cholerae werden in der Regel über verseuchtes Wasser oder infizierte Nahrungsmittel übertragen. Angolas Regierung habe bisher wenig getan, um in den betroffenen Gebieten sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen und die Epidemie in dem westafrikanischen Land langfristig durch eine bessere Hygiene einzudämmen, kritisierte “Ärzte ohne Grenzen“. Die Epidemie war im Februar in Luanda ausgebrochen und hatte sich in 14 der 18 Regionen Angolas ausgebreitet.

Die Hilfsorganisation, die dort seit 1983 tätig ist, hat in einer Studie vier Jahre nach Kriegsende alarmierende Zustände festgestellt. Bei einer Untersuchung von 9.000 Bewohnern des Ortes Xa-Muteba in der Diamanten-Förderprovinz Lunda Norte wurde unter den Kleinkindern eine katastrophal hohe Sterblichkeitsrate registriert. Im Schnitt sterben demnach jeden Tag etwa drei von 10.000 Kindern unter fünf Jahren.

„International gilt ein Schnitt von zwei Todesfällen pro Tag unter 10.000 Kindern bereits als Notfall. Selbst in Konfliktstaaten liegt der Schnitt niedriger“, erklärte Del Valle. Ein Großteil der Kinder sterbe an Malaria. Impfungen gegen Krankheiten wie Masern hätten weniger als ein Drittel der untersuchten Kinder angegeben. Auch für Schwangere sei die medizinische Versorgung nach wie vor extrem schwierig, teuer und kaum vorhanden. „In den vergangenen vier Jahren hat es nur wenig Verbesserungen bei der Gesundheitsvorsorge gegeben“, kritisierte MSF-Pressesprecher James Lawrence.

In Angola ist ein knapp drei Jahrzehnte währender blutiger Bürgerkrieg im Jahre 2002 zu Ende gegangen. Angola ist mit einer täglichen Produktion von 1,3 Millionen Barrel das zweitgrößte Erdöl-Förderland Schwarzafrikas. Die Profite aus dem Ölgeschäft werden für dieses Jahr auf 28 Milliarden Dollar (rund 22 Milliarden Euro) geschätzt.

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