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Engel, Teufel, Dämonen

Univ.-Prof. Dr. Walter Kirchschläger mit Mag. Maria Ulrich-Neubauer und Dr. Agnes Juen.
Univ.-Prof. Dr. Walter Kirchschläger mit Mag. Maria Ulrich-Neubauer und Dr. Agnes Juen. ©Margarethe Ruff
Vortrag Engel, Teufel, Dämonen

Kath. Bildungswerk Region Feldkirch lud zu Vortrag mit Prof. Dr. Walter Kirchschläger.
Massenweise Engel als Dekorationsobjekte, teure Engelseminare, in denen Kontakt zu den himmlischen Helfern angeboten wird, Esoterik-Foren mit Schutzengel-Diskussionen, verstärkte Exorzisten-Ausbildung in der katholischen Kirche. Die Geisterwelt steht im Blickpunkt, der Besucherandrang im Pfarrsaal in Tisis beim Referat von Dr. Walter Kirchschläger war entsprechend groß. Der Bibelwissenschaftler und Universitäts-Professor ging auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes in seinem Vortrag der Frage nach, weshalb gute und böse Geister für uns heutzutage so wichtig geworden sind. Aus der biblischen Tradition heraus wies er auf Zusammenhänge und Entwicklungen zu diesem Thema hin, betonte aber: “In der Bibel wird über das Böse gesprochen, um das Gute in Gott stärker zu profilieren. Daher ist es wichtiger, sich mit der Heilsbotschaft Jesu Christi auseinanderzusetzen als mit den Details der Erscheinungsformen des Bösen. Die Konzentration auf die Geisterwelt verweist auf eine Verdünnung des Gottesglaubens.” Im Anschluss an das Referat folgte eine rege Diskussion mit klaren Antworten selbst auf heikle Fragen.
So wurde der Referent gefragt, was er von Esoterik halte. Er meinte: “Nicht besonders viel. Esoterik ist sozusagen ein “Kuschelkurs”, etwas das mich nicht herausfordert – im Gegensatz zum christlichen Glauben, der mir etwas abverlangt.” Benedikt König wollte wissen, woher der Engelsglaube im Islam stamme und erhielt die Antwort, die Wurzeln der Engelsvorstellung im Islam würden auf die alttestamentliche und die jüdische Tradition von Engeln zurückgehen. Franz Schnabel erkundigte sich, ob der Exorzismus heute noch zeitgemäß sei. “Ich glaube nicht, dass die Ausbildung von Exorzisten, wie es die katholische Kirche jetzt wieder praktiziert, der zielführende Weg ist, um dem Phänomen des Bösen in seiner gesamten Vielfalt zu begegnen. Es ist zu simpel, sich die Macht des Bösen in irgendwelchen Geistergestalten vorzustellen, die Phänomene sind weit komplexer, der Kirche stehen wirkungsvollere Wege zur Verfügung, den Menschen zu helfen. Die Ausübung eines großen Exorzismus ohne Beiziehung von Medizinern, Psychotherapeuten ist meines Erachtens unverantwortlich”, so Prof. Kirchschläger.

Geschichtliches über gute und böse Geister.
Zur Zeit des jüdischen Exils in Babylonien um ca. 600 v.Chr. war die babylonische Verwaltung ein hierarchisch gegliedertes System mit 24 Verwaltungsstufen, Boten und Hilfspersonal zwischen den einzelnen Stufen. Der Götterhimmel Babylons war ebenso gegliedert.
Nach der Rückkehr der Juden in ihre Heimat tauchen in der jüdischen Theologie die Dämonen als Hilfsgeister des Satans auf und treten erstmals in der jüdischen Religion Engel als Vermittler zwischen Gott und den Menschen auf.
Als Engelsnamen scheinen im Neuen Testament nur Gabriel, Michael, Rafael auf.
Name und Gestalt des Luzifer begegnen nicht in der Bibel, sie sind aus einem Zusammenspiel von Missverständnissen bei der Weitergabe verschiedenster alter Texte entstanden. Ab der Vulgata (lat. Bibelübersetzung) aus dem fünften Jahrhundert kennen wir in der religiösen Tradition einen Luzifer.
Der Begriff “Schutzengel” kommt zum ersten Mal im Matthäus-Evangelium vor.
“Dämon” bedeutete in der spätjüdischen Zeit (300v.Chr. bis 100 n.Chr.) Teufelshelfer.

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