Energiepreise weiter im Höhenflug

Die Preisschwankungen sind auch in Vorarlberg zu spüren.
Die Preisschwankungen sind auch in Vorarlberg zu spüren. ©Bilderbox
Heizen wird immer teurer: Gleich um 6,9 Prozent stiegen die Energiepreise für private Haushalte zwischen August 2011 bis August 2012. Warum ist das so – und welches sind die billigsten Energieträger? VOL.AT hat nachgefragt.
Haushaltsenergie im August um 6,9 Prozent teurer

Die Preisanstiege verteilen sich nicht gleichmäßig auf alle Energiequellen, rechnet die österreichische Energieagentur vor. Während Heizöl im Jahresvergleich um 12,3 Prozent zulegte, betrug der Anstieg bei Strom nur 1,8 Prozent. Immerhin noch 3,2 Prozent mehr bezahlte man für Gas. Relativ stabil blieben hingegen die Preise für Holz: Brennholz stieg um nur 0,6 Prozent, Holzbriketts wurden sogar 0,8 Prozent billiger.

Preiserhöhungen auch in Vorarlberg

Die Preisschwankungen sind auch in Vorarlberg zu spüren. Die Heizölpreisstatistik des Landes Vorarlberg weist eine Steigerung von 2727 auf 3062 Euro für 3000 Liter im Zeitraum August 2011 bis August 2012 auf – was ungefähr dem österreichweiten Zuwachs entspricht. Zurückzuführen sei das vor allem auf den schwachen Euro, meint Egon Reiner, Fachgruppenobmann Energiehandel bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Aber auch eine „Wettbewerbsverzerrung“ durch die unterschiedliche Besteuerung verschiedener Energieträger führt er ins Treffen. Gerd Nußbaumer von der BayWa Vorarlberg verweist außerdem auf die immer teurere Produktion von Erdöl, bedingt durch die Ausreizung der bereits bekannten Erdölquellen. Weitere Faktoren sind Krisen und Naturkatastrophen, die das Ihrige zum Rohölpreis beitragen.

Strom, Gas, Holz die Gewinner

Weniger spektakulär sind die Anstiege bei Strom und Gas. Laut Illwerke VKW beträgt die Verteuerung von Strom im Jahresvergleich nur 0,56 Prozent. Vorstandsvorsitzender Ludwig Summer führt das auf die Anhebung der Ökostromförderbeiträge und der Netzwerkentgelte zurück. Beim Erdgas nahm die VEG bereits im August letztes Jahr eine Anpassung nach oben vor. Die betrage laut Geschäftsführer Erwin Kopf allerdings nur neun Prozent – auf fünf Jahre gerechnet. Das habe vor allem mit den erhöhten Beschaffungspreisen zu tun. Gut abgeschnitten hat auch die Ressource Holz. Die regionalen Preise können hier aber mitunter stark von den gesamtösterreichischen Preisen abweichen, berichtet Bernd Hagen, Geschäftsführer der Vorarlberger Mühlen. Gerade Pellets kennzeichnen sich dadurch, dass sie nicht weit transportiert werden dürfen und stark von Konjunkturschwankungen in der Holzindustrie abhängen – schließlich werden sie hauptsächlich aus Nebenprodukten von Säge- und Hobelwerken hergestellt.

Energieträger im Vergleich

Wer sich einen objektiven Überblick über die Preise von verschiedenen Energieträgern machen möchte, dem sei die Website des Energieinstituts Vorarlberg ans Herz gelegt. Dort ist klar ersichtlich: Die billigste Methode zu Heizen ist derzeit eindeutig eine Hackschnitzelheizung, mit gerade 4,46 Cent pro Kilowattstunde. Am schlechtesten schneidet hier die Wärmepumpe ab, mit 11,92 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Heizöl kommt auf 9,95 Cent. Zu beachten ist bei diesen Zahlen allerdings, dass es gravierende Unterschiede bei den Anschaffungskosten gibt. So sind Pellets zwar billig, ein entsprechendes Heizsystem aber sehr teuer. Die Anschaffung einer Ölheizung ist hingegen vergleichsweise billig. Auch die Thermosanierung des jeweiligen Hauses spielt eine wichtige Rolle. Was die preiswerteste Heizmethode ist, lässt sich deswegen nur unter Einbeziehung einer ganzen Reihe von Faktoren sagen, meint Dieter Bischof vom Energieinstitut.

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