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Endrich steigt im ORF auf

Landesdirektor Markus Klement (36, l.) mit Neo-Chefredakteur Gerd Endrich (47) im Interview in der VN-Redaktion.
Landesdirektor Markus Klement (36, l.) mit Neo-Chefredakteur Gerd Endrich (47) im Interview in der VN-Redaktion. ©VOL.AT/Paulitsch
Gerd Endrich (47) wird anstelle von Flatz neuer Chefredakteur im ORF-Landesstudio Vorarlberg.

Dies bestätigt ORF-Landesdirektor Markus Klement (36) im VN-Interview. Klement sagt über Endrich: “Er war für mich die beste Entscheidung.”

Was sprach für Endrich als neuen Chefredakteur?

Klement: Gerd Endrich war für mich die beste Entscheidung. Er ist als Jurist sachlich und fachlich sicher die beste Wahl und war deswegen zu forcieren. Auch wegen seiner Berufserfahrung – Gerd ist seit 1985 im Landesstudio tätig. Er bringt das Anforderungsprofil für den zentralen Chefredakteur mit, um Fernsehen, Radio und Online zu führen.

Es haben sich zwölf Kandidaten gemeldet. Auch sechs externe Bewerber. Warum haben Sie die externen ausgeschieden?

Klement: Das hat mehrere Gründe. Ich brauche jemanden, der Land und Leute und auch die Redaktion sehr gut kennt. Auch die Kostenüberlegung spielte mit hinein: Ich konnte keinen neuen Chef von außen holen und von null auf eine Gehaltsstufe XY bringen. Das wäre nicht gut gewesen, auch nicht im Sinne des Sparwillens im ORF. Aber das Fachliche gab primär den Ausschlag.

Es heißt, Marion Flatz sei im Expertenhearing gut gewesen, in einer Abstimmung der Redakteure aber durch­gefallen.

Klement: Das ist richtig. Die Marion Flatz hat im Expertenhearing vorne mitgespielt. Sie hat in ihrer sechseinhalbjährigen Tätigkeit als Chefredakteurin gute Arbeit geleistet. Aber dass die interne Akzeptanz nicht ganz im Lot war, hat eindrücklich eine einberufene Redakteursversammlung gezeigt – wo sie abgewählt wurde. Mit einem sehr deutlichen Votum.

Werden Flatz und Matthias Neustädter, der bisherige Radiochef, nun weiße Elefanten?

Klement: Wir haben keine weißen Elefanten in der Redaktion. Marion Flatz und Matthias Neustädter sind künftig direkt mir unterstellt. Ich habe mit beiden sehr gute Gespräche geführt. Neustädter kehrt wieder in den Journalismus zurück. Er wird sich künftig um die Mittags-Hörerkontaktsendung zwischen 13 und 14 Uhr kümmern. Flatz wird künftig für Großproduktionen und Sonderdokumentationen verantwortlich sein. Sie will auf eigenen Wunsch hin trimedial arbeiten – Fernsehen, Radio und Online beliefern.

Sie haben mit Amtsantritt auch eine Strukturreform versprochen. Was ist nun Sache?

Klement: Es gibt ein neues Organigramm. Es gibt nun folgende Ebenen: Landes­direktor, Programm, Zahlen, Technik. Es gibt eine zentrale Chefredaktion, um diese Trimedialität stärker leben zu können. Mit Endrich wird es natürlich auch weitere Koordinatorenstellen geben, die Bereiche wie Radioprogramm, Radioinformation oder Fernsehen betreffen.

Gibt es Einsparungen?

Klement: In der Redaktion werde ich sicher nichts einsparen. Ich möchte die Redaktion stärken und wieder mehr Experten im Hause haben, die die Zusammenhänge besser kennen und ihre Fachgebiete wieder besser abdecken. Im Programm-Output wird es also keine Einsparungen geben. Und im personellen Bereich haben wir in den letzten vier Jahren 20 Personen eingespart. Ich habe mich selbst eingespart. Mich als bisherigen Redakteur gibt es so nicht mehr. Ich habe auch in der kaufmännischen Verwaltung eine Verschlankung durchgeführt. Die Zwangsgebühren werden erhöht. Bekommt man dafür ein besseres Programm? Klement: Ich sehe das nicht als Zwangsgebühr. Wir als öffentlich-rechtliches Medium brauchen die Gebühren, um die Unabhängigkeit zu garantieren. Umso höher die öffentlich-rechtlichen Gebühren sind, umso größer ist die Unabhängigkeit des ORF.

Klar. Das hat der Fall Niko Pelinka gezeigt.

Klement: Ich garantiere, dass die Unabhängigkeit des ORF Vorarlberg gewährleistet ist.

Was verbindet Sie eigentlich mit Ihrem Vorgänger Wolfgang Burtscher? Der Gehaltsscheck?

Klement: Auch der verbindet mich nicht mit ihm. Durch mich wird massiv Geld gespart. So einen günstigen Direktor wird der ORF so schnell nicht wieder bekommen.

Jetzt müssten Sie gerade noch sagen, was Sie verdienen.

Klement: Das möchte ich nicht sagen. Aber wir reden hier im Nettobereich von der Hälfte meines Vorgängers.

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