Endlich angekommen

2022 wird nicht nur ein spannendes, sondern auch ein besonders schönes Ausstellungsjahr.

Einiges ist zwar der Tatsache geschuldet, dass die Museen und Kunsthäuser ihre Vorhaben seit eineinhalb Jahren wie eine Bugwelle vor sich herschieben, die immer höher wird, viele Einzelprojekte sind aber schlichtweg überraschend. Wenn die Pandemie den Institutionen nicht weiterhin einen Strich durch die Rechnung macht, dann wird 2022 in Vorarlberg ein tolles Ausstellungsjahr. Da die Verantwortlichen in der Regierung mittlerweile gelernt haben, dass Museumsbesuche weitgehend kontaktfrei ablaufen und sicherer zu gestalten sind als jeder Lebensmitteleinkauf, darf man die Hoffnung hegen, dass alles realisierbar ist, was man sich im Flatz Museum, im Kunstraum Dornbirn, im Vorarlberg Museum, im Kunsthaus Bregenz und im Kunstforum Montafon vorgenommen hat.

Zu den absoluten Neuheiten zählt die Tatsache, dass es Gerald Matt gelungen ist, im Dornbirner Flatz Museum eine Übersichtsschau mit Werken des renommierten und stilprägenden deutschen Fotokünstlers F. C. Gundlach zu zeigen. Für den Kunstraum, deren Präsident er ist, hat der künstlerische Leiter Thomas Häusle mit Alicia Kwade eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart engagiert. Weiters werden Robert Kusmirowski und Monika Sosnowska den besonderen Raum, die ehemalige Montagehalle der Rüsch-Werke, bespielen, während die bekannte österreichische Künstlerin Eva Schlegel Augmented Reality-Projekte für den Dornbirner Stadtraum entwirft.

Im Montafon

Als Kunstort mit internationaler Strahlkraft hat sich das vor 25 Jahren eröffnete Kunstforum Montafon in Schruns etabliert. Die Räume in einer ehemaligen Lodenfabrik werden von renommierten Künstlern frequentiert. Kunstforum-Leiter Roland Haas bestätigte den VN, dass der Österreicher Hans Schabus, der vor Jahren im Kunsthaus Bregenz sowie im Austria-Pavillon auf der Biennale in Venedig vertreten war, hier neue Arbeiten zeigen wird. Das KUB und die Biennale gehen 2022 eine besondere Verbindung ein. Während mit Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl ein Künstlerinnenduo im Austria-Pavillon vertreten ist, das erst jüngst in Bregenz für Begegnungen mit Rollenmustern und aufschlussreichen Märchen sorgte, verschafft sich das Kunsthaus unweit des Biennale-Areals in der Scuola di San Pasquale Präsenz. KUB-Direktor Thomas D. Trummer hat die Künstlerinnen Otobong Nkanga und Anna Boghiguian engagiert, damit sie dort eine Installation realisieren. Boghiguian wird später auch in Bregenz tätig sein. In ihren literarisch und historisch konnotierten Arbeiten scheint u. a. die aus dem Habsburger Kaiserhaus stammende französische Königin Marie Antoinette auf, die auf dem Schafott endete. Beschäftigt hat sie sich auch mit der Biografie eines Nationalsozialisten aus Österreich, der unbehelligt in Ägypten lebte.

Schönheit

Im Grunde genommen steht auch der international gefragte, aus Bregenz stammende Designer Stefan Sagmeister mit Venedig in Verbindung. Als Verena Konrad, die Leiterin des Vorarlberger Architekturinstituts, für den Austria-Pavillon der Architektur-Biennale 2018 verantwortlich war, lud sie Sagmeister gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Jessica Walsh ein, dort eine Arbeit zu entwerfen. Es war ein Kernprojekt jener umfangreichen Ausstellung „Beauty“, mit der das Duo dann im Wiener MAK reüssierte. Nachdem das Projekt an mehreren Orten gezeigt wurde, kommt es nun endlich nach Vorarlberg. Selbstverständlich adaptiert und nach den jeweiligen Ergebnissen der Publikumsbefragungen erweitert, was heißt, dass Sagmeister und Walsh bei ihrer Auseinandersetzung mit der Schönheit auf Sammlungsbestände des Museums sowie auf die Architektur in Vorarlberg Bezug nehmen.

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