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Elbs sieht Familiensynode als Erfolg - aber auch als weltweiten Kompromiss

Feldkirch - Die dreiwöchige Familiensynode der katholischen Kirche endete mit einem Kompromiss, wobei sich vor allem in Europa viele mehr erwartet hatten. Wir sprachen mit Bischof Benno Elbs über das Ergebnis - und warum vor allem beim Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht mehr möglich war.

Europa ist nicht mehr der alles dominierende Kontinent in der katholischen Kirche, dies zeigt sich auch am Ergebnis der Familiensynode. In insgesamt 94 Punkten werden dem Papst Vorschläge unterbreitet, was man in der Praxis der Kirche ändern könnte. Einer der bedeutendsten Änderungen: Bei wiederverheirateten geschiedenen Personen soll künftig die Pfarre im Einzelfall entscheiden dürfen, ob diesen die Sakramente wie Kommunion zugestanden werden.

Vorschlagspapier bestätigt gelebte Realität

Dies ist in Vorarlberg und Österreich eigentlich gelebte Realität – dennoch wurde die benötigte Zweidrittelmehrheit für diese Empfehlung mit zwei Stimmen mehr als benötigt nur denkbar knapp erreicht. Der Abschlusstext bleibt auch hinter den Reformvorschlägen der deutschsprachigen Gruppe zurück. Dieser wurde von Beobachtern während der Synode eine bedeutende Rolle zugestanden. So sind in ihr sowohl bedeutende Liberale und Konservative vertreten, sie beschloss ihre Vorschläge dennoch einstimmig.

“Skandalöse” Meinungen bei Thema Homosexualität

Die liberale Sichtweise konnte sich auch bei Homosexuellen und Partnerschaften abseits der Ehe nicht durchsetzen. Nur einen Absatz gibt es, es wird lediglich betont, Homosexuelle müssten mit Respekt behandelt und anerkannt werden. Mehr sei nicht möglich gewesen, betont Bischof Benno Elbs im VOL.AT-Interview. Bei dem Thema seien aus Sicht eines Mitteleuropäers auch skandalöse Meinungen geäußert worden, bestätigt Elbs. Widerstand gab es hier vor allem aus Afrika und Osteuropa, in deren Kulturen Homosexualität stigmatisiert ist.

Weltweiter Kompromiss als Erfolg

Insgesamt ist das Ergebnis der Synode konservativer als von vielen erhofft, auch wenn sie neue Türen geöffnet hat.Dennoch ist das Ergebnis der Synode aus Sicht von Elbs ein Fortschritt. Die Synode habe ein weltweites Bewusstsein für die Bedeutung der Familie gestärkt. Der Fokus liege darin stark auf die Begleitung und eine zunehmende Bewertung des Einzelfalls, das Weltbild der Kirche werde differenzierter. Was Papst Franziskus mit den 94 Vorschlägen jedoch anfangen wird, bleibt abzuwarten.

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