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El Ghoubashys Schüler bitten Schmied um Hilfe

Feldkirch - Freitag, 16 Uhr. Da haben Schüler Feierabend. Wochenende, endlich! Und doch kommen sie jetzt von überall her: Aus der HAK und vom Gymnasium Rebberggasse. Alle versammeln sich in der Aula des BORG Feldkirch.

Lesen den vorbereiteten Brief an Bundesministerin Claudia Schmied aufmerksam durch, dann unterschreiben sie. Nurdan Simsek hat die Demo organisiert. Sie besucht gemeinsam mit Golalai Rasoul aus Afghanistan die 7c-Klasse. Aly El Ghoubashy hat sie unterrichtet. Dass ihr Lehrer die Islamische Glaubensgemeinschaft mehrfach kritisiert hat, finden sie richtig. „Ich denke, die wissen auch genau, dass er recht hat”, mutmaßt Golalai, „sonst hätten sie ihn doch nicht rausgeschmissen.”

International bekannt

Dass Kritik mit Rauswurf geahndet wird, ist Schülern und Lehrern gleichermaßen unerträglich. Prof. Serge Picout unterrichtet Französisch und Latein. Er hat eben in Frankreichs größter christlicher Zeitung „La Croix” einen Artikel über das rigide Verhalten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich gelesen. „Richtig peinlich” findet er das, „jetzt sind wir international bekannt”. Auch seine Kollegin Gerlinde Eherer (Deutsch und Leibesübungen) unterstützt Aly El Ghoubashy. „Man bedenke: Erst wird bekannt, dass islamische Religionslehrer Demokratiedefizite haben, dann macht einer von seinem demokratischen Recht auf Meinungsäußerung Gebrauch, und sie werfen ihn raus.” Dass seine Schüler El Ghoubashy mögen, beweist auch, wie viele seinen Unterricht freiwillig besuchen. Sadi Özdemir (16) und Rasim Memic (17) hören Ethik und Islamischen Religionsunterricht. „Als ich mir eine Fachbereichsarbeit über islamische Architektur überlegt habe, hat er mir gleich Hilfe während der Sommerferien angeboten. Welcher Lehrer tut das schon?” Nun weiß Sadi nicht, ob er noch in Islam maturieren will. Wohl kaum ohne seinen Lehrer. Sie nennen ihn Aly, und das klingt kein bisschen respektlos.

Er ist „ein cooler Typ”, findet Buket. Rasim, der auch Schulsprecher ist am Gymnasium Rebberggasse, sagt sogar „Kumpel”. „Wir können halt persönlich mit ihm reden”, wirft Golalai ein. Nein, sie haben ihn wirklich sehr gern. Das spürt man. Direktor Georg Konzett ist ein wenig stolz auf das Engagement der Gymnasiasten, das weit über das normale Maß hinausreicht. So haben sich Sadi und Rasim vor Monaten schlau gemacht und verschiedene Moscheevereine angerufen, mit der Bitte um grundsätzliche Auskünfte zum Islam. „Die meisten haben uns nicht einmal verstanden, andere hatten keine Zeit. Jetzt frag ich mich: Was macht das für ein Bild, wenn dort ein Österreicher anruft?” Und alle reihum nicken, ernst und auch betroffen.

 

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