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Einweghandschuhe werden teurer und schwerer zu finden

Stammkunden können bedient werden, neuer Bedarf ist schwer zu decken
Stammkunden können bedient werden, neuer Bedarf ist schwer zu decken ©dpa
In der zunehmenden Sorge um die Coronakrise sind Einweghandschuhe für Pfleger und Rettungskräfte teurer geworden. Außerdem tun sich Spätentschlossene schwer, entsprechende Produkte zu finden.

Auslöser für diese Entwicklung ist aber weniger ein akut besonders hoher Bedarf, sondern das Auffüllen der Lager in Krankenhäusern oder Rettungsorganisationen, schätzt Austromed-Geschäftsführer Philipp Lindinger. Für den absehbaren Bedarf sollten aber genug Handschuhe vorhanden sein.

Kapazitäten bereits aufgekauft

"Die durchschnittliche Bestellmenge von Bestandskunden ist gewährleistet. Aber zusätzliche Bedarfe zu befriedigen, das wird schwierig", sagt der Geschäftsführer der Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen. Am Weltmarkt seien heuer und 2021 die Kapazitäten bereits aufgekauft. Lindinger rechnet aber mit einem Abflauen der Nachfrage.

Semperit: Weit bis 2021 ausgebucht

Ähnlich sieht man es bei Semperit, dem einzigen großen österreichischen Hersteller von Gummi-Handschuhen. Den Verpflichtungen gegenüber Stammkunden könne man nachkommen, aber man sei bis weit ins Jahr 2021 hinein ausgebucht und "wir können was neu hereinkommt nicht bedienen", so eine Sprecherin. Die Knappheit führe zu "signifikanten Preissteigerungen auf allen Seiten".

Man könne davon ausgehen, dass derzeit kein Hersteller kurzfristig größere Mengen liefern kann und dass wohl ein Lageraufbau zu der aktuell hohen Nachfrage führt. Spätestens wenn die Pandemie abflaut oder ein Impfstoff gefunden ist, werde die Nachfrage wieder zurückgehen, schätzt man bei Semperit. Auch beim Österreichischen Roten Kreuz verzeichnet man steigende Preise, aber vorerst keine Engpässe.

BBG: Vorräte einlagern

Die Bundesbeschaffung Gesellschaft (BBG) wiederum hat bereits im Juli einen Rahmenvertrag abgeschlossen, um die Versorgung mit Einweg-Handschuhen in Österreich zu sichern. Die Preise seien je nach Qualität bis zu 1,75 Mal höher als vor der Pandemie, aber die fünf Firmen, die sich zu Lieferungen verpflichtet haben, seien "nach den uns vorliegenden Informationen aktuell grundsätzlich lieferfähig", heißt es in einer Stellungnahme auf Anfrage der APA. Bei Mengen über einer Million Handschuhe betrage die Lieferzeit 30 Tage. Die BBG empfehle seit Juli laufend, strategische Lager einzurichten und Vorräte einzulagern. Unter anderem seien 1,7 Mio. Untersuchungshandschuhe in fünf Lagern, verteilt auf das ganze Bundesgebiet, eingelagert worden. Nun müssten aber die Hersteller das Angebot erhöhen, einen Mehrbedarf zu decken.

In Deutschland dürften wegen der Versorgungslage mit Einweghandschuhen die Probleme größer sein. "Einzelne Händler haben uns mitgeteilt, dass die Versorgungslage und Preisentwicklung bei Einweghandschuhen dramatisch sei", sagte der Sprecher des deutschen Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), Manfred Beeres, der Deutschen Presse-Agentur. Die Bezugskosten stiegen zurzeit "sehr stark an". Der Verband rechnet demnach mit Preisen, die teilweise 500 Prozent höher liegen - je nach Handschuhtyp - im Vergleich zu Normalpreisen. Einen Mangel sieht der Verband aktuell aber nicht.

(APA)

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