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Einige rot-weiß-rote Japan-Camps finden trotz Corona statt

Hauser bereitet sich in Nasushiobara auf die Spiele vor
Hauser bereitet sich in Nasushiobara auf die Spiele vor ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Einstellung auf die klimatisch anderen Bedingungen, die Zeitumstellung und überhaupt das Kennenlernen der Gegebenheiten vor Ort bei Bewerben fernab der Heimat sind bei Sportlern essenziell für den Erfolg. So passiert etwa bei Österreichs Olympia-Aktiven 2008 in Peking, die anstehenden Tokio-Spiele sind damit durchaus vergleichbar. Vor allem corona-bedingt wird aber nur ein kleiner Teil der wohl mehr als 70 rot-weiß-roten Tokio-Athleten vorab in Japan Trainingslager beziehen.

"Es wäre mehr geplant gewesen", erklärte ÖOC-Sportdirektor Christoph Sieber zu diesem Thema der APA - Austria Presse Agentur. "Aber es war nicht überall sinnvoll, an den Plänen festzuhalten. Es gab auch viele Absagen von den japanischen Host Cities." Diesen Gastgeberstädten war es dann wohl meist zu heikel, der eigenen Bevölkerung in der Corona-Bekämpfung die Vorzüge der oft wochenlangen Anwesenheit von ausländischen Spitzensportlern klarzumachen.

Aber immerhin doch 13 ÖOC-Athleten werden sich vor ihren Einsätzen im Zeichen der Fünf Ringe in Japan abseits olympischer Sportstätten oder Trainingsanlagen vorbereiten. Die Vorhut bilden die Wildwasser-Kanuten. Das Slalom-Trio Nadine Weratschnig, Viktoria Wolffhardt und Felix Oschmautz hebt bereits am Montag in Richtung Asien ab, die von da bis Mittwoch laufende ÖOC-Einkleidung haben sie daher bereits in den vergangenen Tagen absolviert.

Die Wildwasser-Elite auch weltweit hat den Vorteil, dass sie nun geschlossen die Möglichkeit zum Vorab-Training auf der Olympia-Anlage hat. "Wir trainieren zwei Wochen dort, weil wir das Training brauchen, den Kanal kennenlernen müssen", erläuterte Canadier-Fahrerin Weratschnig. Im Herbst 2019 hatte es im Kasai Canoe Slalom Centre schon zweimal zwei Wochen Training gegeben, seither wurde aber adaptiert, umgesteckt bzw. verbessert. Und weitere Camps kamen dann nicht zustande.

Daher entschied sich der nationale Verband (ÖKV) nun für die frühere Anreise, auch wenn die zwei Wochen bis zum Umzug ins Olympische Dorf in Hotel-Quarantäne zu verbringen sind. ÖKV-Chefcoach Helmut Oblinger: "Man muss abwägen, gut vorbereitet daheim, aber nur fünf Trainingstage vor Ort oder die Quarantäne in Kauf nehmen. Wir wollen mehr Trainingsfahrten auf der Olympia-Strecke absolvieren."

Ebenfalls in Corona-Blasen werden sich Athleten anderer Sportarten bewegen. Österreichs Tischtennis-Asse etwa trainieren westlich von Tokio in Fuchu. Der Abflug von Sofia Polcanova und Co. erfolgt am Freitag, acht Tage dauert das Camp. Nach dem für 19. Juli angesetzten Einzug ins Olympische Dorf bleiben noch vier Tage für das Training in der Wettkampfhalle, ehe die olympischen Bewerbe losgehen.

Österreichs Triathlon-Trio Julia Hauser, Luis Knabl und Lukas Hollaus hebt am Donnerstag in einer Woche (15. Juli) in Richtung des 180 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Nasushiobara ab. Der Umzug ins Olympische Dorf wird am 22. Juli erfolgen. Lisa Perterer wird da direkt am 20. Juli einziehen, sie verzichtet auf das Camp: "Ich bin schon oft bei derartigen Bedingungen gestartet und verlasse mich darauf, dass es so wie immer gut funktioniert. Deshalb werde ich es auch dieses Mal so machen".

Für Karateka Bettina Plank geht es am 23. Juli, dem Eröffnungstag der Spiele, für zehn Tage über Tokio nach Kameoka in etwa 400 km westlich von Tokio in der Präfektur Kyoto. Zwei Trainingspartner kommen mit der Vorarlbergerin mit. Einerseits ist das die aufstrebende Aleksandra Grujic, wie Plank in der Klasse bis 50 kg. Da Plank bei Olympia in der Klasse bis 55 kg anzutreten hat, kommt zur Vorbereitung auf die größeren und athletischeren Gegnerinnen mit Matthias Kowarik auch ein 67-kg-Athlet mit.

Für andere Sportarten kamen geplante Trainingslager in Japan nicht zustande, viele Gastgeber-Städte und -Organisatoren haben wegen Corona zurückgezogen. So werden die Kletterer Jakob Schubert und Jessica Pilz nach dem Abflug am 26. Juli direkt im Olympischen Dorf einziehen, Trainingssessions für danach sind bereits gebucht. Bei den rot-weiß-roten Schwimmern hat es mit einem lange vorbereiteten Camp in Osaka nicht geklappt. Ihre Ankunft in Tokio erfolgt nun am 19. (Felix Auböck) bzw. 20. Juli.

(APA)

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