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Eingeschneite Urlauber und Lawinen

Hunderte eingeschneiter Urlauber im Westen Österreichs, Lawinenabhänge mit verschütteten Skifahrern - die heimischen Tourismusmanager weisen dennoch jede Dramatik weit von sich.

„Das ist die übliche Winterroutine“, versichern die Tourismusbehörden in Vorarlberg.
Beatrice Zarges vom Hotel Alpenhof im eingeschneiten Zürs regt sich über die „abscheulichen Horrormeldungen“ im ausländischen Fernsehen auf. „Hier war nicht eine Sekunde Gefahr, es gab keinerlei Drama“. Die Gäste fühlten sich „wie im Paradies“. Ganz normal sei die Sperrung der Zufahrtsstraßen für Stunden oder sogar für ein, zwei Tage aus Sicherheitsgründen.

Auch die Hoteliers im benachbarten Lech oder im Montafoner Gargellen sind es gewohnt, dass ihre Gäste vorübergehend „blockiert“ sind. Man habe sich darauf eingestellt und entsprechende Vorräte an Lebensmitteln angelegt. Außerdem rechneten die Urlauber – die meisten sind Stammgäste – mit solchen zeitweisen Behinderungen. Sie nähmen jedoch diese Beeinträchtigungen für das traumhafte Naturerlebnis in Kauf.

Die Zufahrten werden in der Regel aus Sicherheitsgründen gesperrt. So wurde die Bundesstraße ins Montafon am Montagnachmittag zwischen Schruns und St. Gallenkirch geschlossen. Vom Hubschrauber aus wurde Dynamit auf einen Hang geworfen, um die „Stiefentobel-Lawine“ künstlich auszulösen. Nach Beseitigung der Schneemassen auf der Straße sollte die wichtige Verbindung wieder frei gegeben werden.

„Wenn die Straßen am Dienstag oder Mittwoch gesperrt werden, kräht kein Hahn danach“, erklärt die Sprecherin der Vorarlberg-Werbung. Die Öffentlichkeit werde nur darauf aufmerksam, wenn das auch zum Zeitpunkt des Urlauberwechsels am Wochenende geschehe. Die Entscheidung über die Freigabe der Straßenverbindungen fällen die örtlichen Lawinenkommissionen, in denen heimische Fachleute sitzen. Sie beurteilen täglich die Lage. Am Montag herrschte Lawinengefahrenstufe vier auf der fünfteiligen Skala.

Fast auf den Tag vor einem Jahr waren im Tiroler Paznauntal Urlauber eingeschneit, als am 23. Februar in der Urlauberhochburg Galtür eine riesige Lawine ins Ortszentrum einbrach und über 50 Menschen unter sich begrub. 31 Personen, darunter 21 deutsche Urlauber, waren damals ums Leben gekommen. Daneben tötete eine zweite Lawine im letzten Dezember im nahe gelegenen Jamtal neun deutsche Wintergäste.

Doch diese Opfer werden als absolute Ausnahmen beschrieben. Die Katastrophe von Galtür sei ein „Jahrhundertereignis“ gewesen und könne sich nach neuen Lawinenschutzbauten nicht wiederholen, versichert Bürgermeister Anton Mattle. Die Toten im Jamtal seien grenzenlosem Leichtsinn zuzuschreiben, weil die Gruppe trotz extremer Lawinengefahr im hochalpinen Gelände zu einer Tour aufgebrochen war. Die Staatsanwaltschaft in Innsbruck ermittelt gegen die Bergführer inzwischen wegen fahrlässiger Tötung.

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