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Eine Vignette mit Sprengstoff

Lustenau - In der Frage um die umstrittene Tagesvignette heißt es nun "Lustenau gegen alle". Denn die Marktgemeinde befürchtet im Falle einer Einführung eine zusätzliche Belastung. "Lieber mehr Hindernisse"

Am Mittwoch ist hoher Besuch in der Landeshauptstadt angesagt. Verkehrsminister Werner Faymann wird gemeinsam mit seinem Chef, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, nach Bregenz kommen. Faymann möchte eine Mautlösung präsentieren, die eine Tagesvignette vorsieht (die „VN“ berichteten gestern) und damit der Landeshauptstadt eine Reduzierung des Transit-Personenverkehrs Richtung Grenzen bringen soll.

„Den Vorschlag einer Tagesvignette brachten wir bereits im Jahre 2000 ein. Sie wurde auch vom Land unterstützt. Es ist interessant, dass ich in die jetzigen Vorschläge des Herrn Ministers nicht eingeweiht bin“, äußert sich dazu der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart.

Opfer Lustenau?

Bregenz’ Freud ist allerdings Lustenaus Leid. Dort sieht man sich als Einzelopfer der andiskutierten „Gesamtlösung“. Daher will sich die Marktgemeinde mit Händen und Füßen wehren. In der Gemeindevertretersitzung am vergangenen Donnerstag wurde eine einstimmig beschlossene Resolution verabschiedet, die sich gegen eine Mautreduzierung richtet. „Wir wollen nicht noch mehr Verkehr schlucken“, macht Verkehrsgemeinderat und Resolutionsverfasser Dietmar Haller deutlich. „Es liegt auf der Hand, dass bei einer günstigen Tagesvignette viele deutsche Autofahrer natürlich über die Autobahn bis nach Dornbirn und dann über Lustenau in die Schweiz fahren“, argumentiert Haller. Unterstützt wird Haller in dieser Haltung vom Grünen Bernd Bösch.

Die Marktgemeinde fordert darüber hinaus eine Auffächerung des grenzüberschreitenden Lkw-Verkehrs. „Insgesamt hat das Verkehrsaufkommen während der letzten Jahre in Lustenau wieder zugenommen. So registrierten wir im Jahre 2006 täglich 18.570 Pkws und 2543 Lkws auf der L 203“, verdeutlicht Haller.

Befürworter

Eine Tagesvignette begrüßen würde man in Hohenems und im Montafon, wo man sich ursprünglich gegen eine Korridorlösung nur für Bregenz zur Wehr setzte. Montafons Standesrepräsentant Erwin Bahl: „Die Lösung einer österreichweiten Tagesvignette erscheint mir sogar besser als der Status quo mit der 10-Tage-Vignette.“

Positiv steht auch Hohenems’ Bürgermeister Richard Amann dem Vorschlag gegenüber. „Ich denke, unsere Stadt würde durch die Tagesvignette entlastet.“

Rein will testen

Für Verkehrslandesrat Manfred Rein ist die Angelegenheit noch unausgegoren. „Wir müssen erst mal abwarten, was die Herren in Wien in Bregenz präsentieren. Ich persönlich habe keinen Termin mit ihnen. Vielleicht kann das ja noch kommen.“ Rein findet den Test einer österreichweiten Tagesvignette grundsätzlich positiv. „Ein Probelauf würde nicht schaden.

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