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Eine neue Skulptur für den öffentlichen Raum

Benny Gleeson und sein Pentaphonolith
Benny Gleeson und sein Pentaphonolith ©Edith Rhomberg
Benny Gleeson bringt einen 200 Millionen Jahre alten Stein zum Klingen. 
Benny Gleeson

Dornbirn. Immer wieder ist Benny Gleeson (66), der bis vor ein paar Jahren Lehrer am Dornbirner Jazzseminar war, für eine Überraschung gut. Derzeit verbringt er viel Zeit im Betriebsgebiet Bobletten, in der Steinmetzwerkstatt von Stefan Rein. Was er da so macht, wollte die VN Heimat genauer wissen. Dass es vordergründig mit Stein zu tun hat, liegt schon auf der Hand. Mit den Steinen ist er überhaupt einen für ihn bedeutsamen, intensiven Dialog eingegangen. Damals, als der Dornbirner sein altes Leben hier zurückließ, um in Portugal ein neues zu finden. Nach dem Pensionsantritt nahm er Abschied von der Musik, vermeintlich für immer. Da, am Rande des Nichts, wandte er sich einem großen Haufen Steinen zu, bis diese begannen, zu ihm zu sprechen. Gleeson ist überzeugt davon, dass sich aus dem inneren Zwiegespräch der Weg ableitete, den er fortan gehen wollte. Das erste sichtbare Ergebnis seines neuen bildnerischen Schaffens präsentierte er 2016 in der Ausstellung As PEDRAS do MONTE ZAMBUJEIRO in Dornbirn.

Die Musik aber war stark, kam zurück und plötzlich war sie da, die Vision, beides zu vereinen. „Ich hatte Glück“, sagt Gleeson, „mit Stefan Rein und Markus Kalb an die richtigen Fachleute zu geraten“. Sie griffen seine ungewöhnliche Idee nicht nur auf, sondern halfen entscheidend mit, sie auch praktisch umzusetzen. Der Roboter kam ebenso zum Einsatz – er führte das Schleifen der komplizierten Form aus und holte so die wunderbare Struktur des Steins ans Licht. Allein vom hohlen Oval, das wie ein eigener Kosmos wirkt, ist Benny Gleeson begeistert.

Und nun steht er da, in voller Größe, der Pentaphonolith. Die Klangskulptur, die sein Erfinder auch gern sein Dreieinhalb-Tonnen-Baby nennt. Soviel nämlich wiegt die Skulptur mit ihren Klangstäben im Bauch, gemeißelt aus einem zweihundert Millionen Jahre alten Felsbrocken aus Norditalien. „Es klingt besser als erwartet“, ist Benny Gleeson erfreut, als er in der Werkstatt ein paar Töne auf den fünf Klangstäben spielt. Schon bald möchte er das beweisen können und mit einer autobiografischen Klangcollage die musikalischen Möglichkeiten des Pentaphonolith demonstrieren.

Da wäre aber noch die alles entscheidende Frage: Wo wird die Klangskulptur aufgestellt werden? Für Gleeson ist der öffentliche Raum der richtige Platz, denn Erwachsene und Kinder sollen den direkten Zugang haben und die Skulptur bespielen dürfen. „Die Klangstäbe eignen sich als niederschwelliges Lamellophon für Kinder und Erwachsene ohne musikalische Vorkenntnisse“, so Gleeson. Der Pentaphonolith kann aber viel mehr als das. Als anspruchsvolles Musikinstrument lässt er interdisziplinäre Performances zu. Kompositionsaufträge, auch für mehrere Instrumente, sind ebenso denkbar. Und schließlich empfiehlt der Musiker den großen Stein als Ort der Meditation.

Benny Gleeson kann sich dafür verschiedene Plätze in Dornbirns Innenstadt vorstellen. Unter seinen Favoriten steht derzeit der Kirchenpark von Sankt Martin ganz oben.

Zur Vorstellung seiner Musikskulptur lädt der Künstler ein.
Termin: Samstag, 17. Februar 17.30 Uhr
Ort: Bobletten 18, Steinmetzwerkstatt Stefan Rein.

 

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