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Eine Ehre, die zu Herzen geht

(VN) Koblach - Die Gemeinde Koblach verlieh Bischof Erwin Kräutler die Ehrenbürgerschaft für sein Engagement in Brasilien.
Dom Erwin im Interview
Koblach: Bischof Kräutler Ehrenbürger
Die Ehrung in Bildern

Es reichte diesmal nur für einen Kurzurlaub. „Ich habe einen Termin nach dem anderen in meiner Diözese. Ich muss in den Gemeinden sein“, sagte Bischof Erwin Kräutler im VN-Gespräch. Die Zuerkennung des Alternativen Nobelpreises bescherte ihm jede Menge zusätzlicher Verpflichtungen. Aber trotz „Jetlag noch in den Knochen“ ließ sich Dom Erwin von einer Sache nicht abhalten, nämlich der Überreichung der Ehrenbürgerschaft durch die Gemeinde Koblach. Sein unermüdliches Engagement für die Rechte der Indianer und den Schutz ihrer Lebensräume im brasilianischen Urwald bekam der 71-Jährige schon zahlreiche hohe Auszeichnungen. „Doch keine Ehre geht tiefer ins Herz als die Ehrenbürgerschaft“, bedankte sich Erwin Kräutler auf berührende Weise für die große Loyalität, die ihm aus seiner Heimatgemeinde immer noch entgegengebracht wird.

Die Wurzeln behalten

Einen besseren Anlass hätte es für die Eröffnung des neuen Gemeindezentrums wohl nicht geben können. Das halbe Dorf kam, um „seinen“ Bischof willkommen zu heißen. Seit 45 Jahren ist Erwin Kräutler in Brasilien tätig, wo er die flächenmäßig größte Diözese des Landes leitet. Seine Wurzeln hat er jedoch nie verloren. „I bin an Kobler“, bekräftige er. Aber zurück will Dom Erwin noch lange nicht. Begeistert erzählte er von den vielen Liebeserklärungen, die er von seinen Gläubigen bekommt. „Erwin, wir lieben dich“, stehe da auf Transparenten immer wieder zu lesen. „Solchen Menschen kann ich nicht den Rücken kehren.“ Und auch wenn Kräutler wegen ständiger Morddrohungen seit vielen Jahren nur noch mit Polizeischutz unterwegs sein darf, fühlt er sich als „glücklicher Mensch, weil das, was ich tue, Sinn macht“. Weniger einfach sei es, sich an die Leibwächter zu gewöhnen. „Aber ich akzeptiere sie“, so der Bischof vom Xingu. Erwin Kräutler ist nach Pfarrer Johann Josef Flatz erst der zweite Ehrenbürger der Gemeinde Koblach. Was kaum jemand wusste: Als letzte Handlung, bevor er auf Geheiß der Nationalsozialisten den Gau verlassen musste, taufte Pfarrer Flatz quasi seinen Nachfolger. Darauf verwies Altbürgermeister Werner Gächter, Jahrgänger und Freund von Erwin Kräutler aus Kinder- und Jugendtagen, in einer humorvoll gehaltenen Laudatio. Gächter schwelgte tief im Schatz der Erinnerungen. Er erzählte, wie sie nach der Schule häufig „Pfärrlis“ spielten und Dom Erwin, der heute Großgrundbesitzern in Amazonien unerschrocken auf die Füße tritt, in einem Theaterstück ausgerechnet einen solchen fiesen Typen spielte. Als Geschenk bekam er das Originaldrehbuch von anno dazumal überreicht.

Stehend applaudiert

Eine Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde per Beschluss vergeben kann. „Wir sind stolz auf deinen Mut und deinen Einsatz für die Menschen in Brasilien“, betonte Bürgermeister Fritz Mayerhofer bei der Überreichung der Urkunde. Ehrengäste und Besucher standen spontan auf und klatschten dem neuen Ehrenbürger minutenlang verdienten Beifall.

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