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Eine „Winterreise“ in heimischer Region

Kurt Alois Kind und Maciej Zborowski interpretierten in Triesen Schuberts „Winterreise“.
Kurt Alois Kind und Maciej Zborowski interpretierten in Triesen Schuberts „Winterreise“. ©privat
Der in Bendern geborene bekannte Bassbariton Kurt Alois Kind präsentierte im Guido-Feger-Saal Schuberts berühmten Liederzyklus „Winterreise“.

Triesen. (sch) Der grandiose Liederzyklus „Winterreise“ des österreichischen Liederfürsten Franz Schubert (1797-1828) entstand im Herbst 1827, ein Jahr vor dem Tod des Frühvollendeten, nach Texten des ebenfalls jung verstorbenen deutschen Dichters Wilhelm Müller (1794-1827), der auch die lyrischen Texte für den anderen bedeutenden Liederzyklus Schuberts, „Die schöne Müllerin“, geschaffen hat. In den beiden genannten Liederzyklen geht es zwar fürs Erste um unglücklich liebende junge Männer (Müllerbursche bzw. Wanderer) mit ihren Sehnsüchten und schließlich letaler Resignation; Müller schuf aber vor allem in den 24 Liedern der „Winterreise“ ein meisterhaftes, überzeitliches Psychogramm der Einsamkeit, der seelischen Zerrissenheit eines Individuums im Spannungsfeld von Glücksträumen und Todesnähe …Und Schubert schuf mit seiner sensiblen Kunst dazu den kongenialen musikalischen Tiefblick.

Gewaltige Aufgabe

Die Erarbeitung der „Winterreise“ stellte für den Sänger Kurt Alois Kind (geb. 1955), der den Zyklus noch nie gesungen hatte, eine enorme Aufgabe dar; doch er nahm die Herausforderung als Künstler in schon reiferen Jahren an und gewann.  Nun, Kurt Alois Kind ist ein stattlicher Sänger mit profundem Stimmmaterial, mit ausgereifter Technik und sehr deutlicher Textbehandlung. Er sang den ganzen Zyklus ohne Partitur und machte nur dem Publikum zuliebe dazwischen eine kurze Pause, was kein zweites Mal vorkommen sollte!

Ein sehr positiver Gesamteindruck (Gesang, Klavier) stellte sich aber gerade erst nach dieser Pause ein, denn bisher verursachte der total geöffnete Steinway eine Lautstärke, die bisweilen geradezu lärmend wirkte und den größtenteils sehr intimen Schubert´schen Klangkosmos zudeckte.

Der Flügel mit jetzt nur mehr kleiner Öffnung, der nun viel sensiblere Anschlag des Pianisten und die dadurch auch stimmlich differenziertere Gesangskunst Kinds boten ab dem „Greisen Kopf“, der „Krähe“ oder erst recht vom „Wegweiser“ bis zum den Tod signalisierenden „Leiermann“ etliche berührende Schubert-Momente. Der polnische Pianist, Organist und Musikpädagoge in Liechtenstein, Maciej Zborowski, war für Kurt Alois Kind ein verlässlicher Begleiter, Schubert (ziemlich gehämmert!) ist in seinem Repertoire aber gewiss kein Favorit. Das Konzert wird am 17. Juni in Eschen wiederholt (Peter-Kaiser-Saal, 17 Uhr).
 

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