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Eindrucksvolle Gebirgsbahn

Die 63 Kilometer lange Bergetappe der Arlbergbahn von Bludenz in Vorarlberg nach Landeck in Tirol gilt als eine der eindrucksvollsten Gebirgsstrecken Europas.

Die Arlbergbahn mit ihren 14 Tunnels sowie mehr als 20 zum Teil sehr imposanten größeren Brücken und Viadukten verbindet die beiden westlichsten Bundesländer Vorarlberg und Tirol seit 1884 auf dem Schienenweg. Herzstück der Arlbergbahn ist der rund 10,25 Kilometer lange Arlberg-Tunnel zwischen Langen und St. Anton, mit dessen Bau vor 125 Jahren begonnen wurde.

Den höchsten Punkt erreicht die Arlbergbahn mit 1.311 Metern im Arlberg-Tunnel. Die Strecke steigt vom westlichen Eingang mit 15 Promille an, bis sie knapp vier Kilometer vor St. Anton ihren Kulminationspunkt erreicht. Aber schon der Anstieg zum Arlberg-Tunnel hat es in sich: Die Westrampe von Bludenz bis zum Kulminationspunkt weist eine Maximalsteigung von 31 Promille auf und ist die längste Steilrampe der ÖBB. Bei der Eröffnung der Arlbergbahn im Jahr 1884 erreichten die Güterzüge bei ihrer Fahrt von Bludenz nach St. Anton knapp zwölf Stundenkilometer.

Die Idee einer Bahnverbindung über den Arlberg geht bis ins Jahr 1846 zurück. Erster Verfechter dieser Vision in Österreich war der Präsident der Feldkircher Handelskammer, Carl Ganahl. Es dauerte aber beinahe 20 Jahre, bis er 1865 eine Vorkonzession erhielt. 1867 kam das Projekt vor den Reichsrat und wurde somit erstmals parlamentarisch behandelt. Erst über zehn Jahre später wurde das Arlberg-Gesetz im März 1880 angenommen und im Mai von Kaiser Franz Joseph I. unterschrieben. Das 34-jährige Ringen um die Arlbergbahn von Innsbruck nach Bludenz hatte ein Ende. Vorangegangen waren zahlreiche inhaltliche Diskussionen und Interessensabwägungen. Wirtschaftliche und strategische Überlegungen hatten schließlich den Ausschlag gegeben. Als Bausumme wurden 35,5 Millionen Gulden bewilligt.

Nach der Bestellung von Oberbaurat Julius Lott zum Baudirektor der Arlbergbahn wurde zügig mit dem Bau der Bahn begonnen. Die Strecke wurde als eingleisige Hauptbahn genehmigt, der Arlberg-Tunnel wurde jedoch gleich doppelgleisig gebaut. In Langen und St. Anton wurden Bauzentralen mit Magazinen, Werkstätten und Unterkünften für die Bauarbeiter errichtet, was auf Grund der steilen Talhänge mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war. Am 1. Juli 1883 konnte bereits die Talstrecke von Innsbruck nach Landeck in Betrieb genommen werden. Ein Jahr später, am 20. September 1884, erfolgte die feierliche Eröffnung der Arlbergbahn durch den Kaiser.

Mit dem Bau des genau 10.249,9 Meter langen Arlberg-Tunnels wurde im Juni 1880 begonnen. Der durchschnittliche Tagesvortrieb lag auf der Ostseite bei 5,08 Metern, auf der Westseite – wo sich die Bauarbeiten auf Grund von massivem Felsdruck schwieriger gestalteten – bei 4,93 Metern. Zum Abtransport des Ausbruchs errichtete man beidseitig eine Lorenbahn, die mit Dampflokomotiven betrieben wurde. Der feierliche Durchstich fand am 19. November 1883 statt. „In voller Würdigung der Bedeutung dieses Ereignisses wurde der Durchschlag durch ein sollunes Fest gefeiert“, heißt es in einem alten Bericht vom Tunneldurchstich, der von Handelsminister Freiherrn von Pino vorgenommen wurde. Die Bauzeit für den Arlberg-Tunnel wurde um mehr als ein Jahr unterschritten.

Die exponierte Streckenführung der Arlbergbahn brachte trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer wieder Schwierigkeiten für den Bahnbetrieb und auch schwere Unglücke. Die größte Katastrophe der jüngeren Geschichte ereignete sich im August 1995, als eine Mure die Masonbachbrücke zwischen Dalaas und Braz wegriss. Lokomotive und die ersten drei Waggons eines Schnellzugs stürzten in eine 30 Meter tiefe Schlucht. Drei Menschen kamen ums Leben, 17 wurden schwer verletzt. 1954 hatten zehn Personen ihr Leben verloren, als eine Lawine in Dalaas einen Zug erfasst hatte.

Heute, 125 Jahre nach dem Baubeginn der Arlbergbahn, wird noch am endgültigen zweigleisigen Ausbau der Strecke gearbeitet. Das erste zweigleisige Teilstück von Innsbruck nach Völs wurde 1965 eröffnet. Auf Vorarlberger Seite ist der zweigleisige Ausbau von Bludenz nach Braz im Rahmen des Generalverkehrsplans für die Jahre 2005 bis 2010 vorgesehen. Der Ausbau Braz-Klösterle soll im Zeitraum 2012 bis 2021 realisiert werden.

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