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Ein Vorsäß als Alma-Zentrale

Schwarzenberg - Ein beschauliches Vorsäß, nach Sporenegg- und Wälderbähnlebrücke auf der Strecke Bersbuch - Bezau schattseitig taleinwärts gelegen, könnte sich vielleicht sehr bald in ein pulsierendes Firmenareal verwandeln.

Zumindest wenn es nach Schwarzenberg-Bürgermeister Armin Berchtold geht, könnte besagtes Areal neuer gemeinsamer Standort von Alma Genossenschaft und Sennereigenossenschaft Schwarzenberg werden, vielleicht sogar des einen oder anderen Gewerbebetriebes zusätzlich.

„Wir haben unser Interesse gegenüber beiden möglichen Ansiedlern schriftlich bekundet, haben auch betroffene Anrainer, Grundbesitzer und sonstige Stellen, die bei beabsichtigter Umwidmung in Gewerbegebiet laut Raumplanungsgesetz zu hören sind, vom freilich noch sehr unkonkreten Projekt in Kenntnis gesetzt. Und die Landesraumplanung hat uns zumindest informell signalisiert, dem Vorhaben nicht ablehnend gegenüber zu stehen.“ So beantwortete gestern Bürgermeister Berchtold die „VN“-Frage, wie weit das Projekt Alma-Übersiedlung in den Bregenzerwald schon gediehen bzw. wie hoch die Wahrscheinlichkeit seiner Umsetzung ist.

7 bis 20 Mill. Euro teuer

Wie Alma-Direktor Mag. Philipp Nachbaur auf Anfrage meinte, stehen neben Schwarzenberg nicht nur die Wälder-Kommunen Lingenau und Doren, sondern auch der bisherige Standort Hard „als gleichwertige Optionen auf dem Prüfstand“. Er, Nachbaur, möchte bis zum Herbst d. J. „entscheidungsreif aufbereitet haben, an welchem der Standorte zu welchen Konditionen und mit welchem Partner die für die Alma wirtschaftlichste Lösung realisierbar ist“. Zudem sei es Ziel der Alma, die 100 Mitarbeiter „vollumfänglich“ mitzunehmen, das Investment könnte von 7 Mill. Euro aufwärts bis an die 20 Mill. Euro betragen.

Raumplanungs-Landesrat Manfred Rein möchte, ehe er sich festlegt, von Gemeinden und Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald „wichtige Fragen beantwortet und Aspekte abgeklärt“ sehen. Wie viel neuen Individualverkehr, wie viel zusätzliche Tonnage brächte die Alma-Ansiedlung ins Tal? Ließen sich mit dem Projekt am so genannten „Hohlstein“ auch Ansiedlungswünsche von Bewerbern in benachbarten Kommunen bündeln? Und: Gibt es im Wald schon umgewidmete, geeignete Standorte, die eine Verbauung des fraglichen Vorsäßes erübrigen könnten? „Ich brauche jedenfalls Entscheidungsgrundlagen“, insistierte Rein.

Zu entscheiden gilt es daneben auch, ob man im Bregenzerwald, der sich bekanntlich um den Weltkulturerbe-Status bemüht, mit dem Alma-Projekt insofern ein Exempel statuieren sollte, als man bei diesem Anlass die immer wieder beschworene übergemeindliche Zusammenarbeit und den nicht minder oft postulierten „interkommunalen Finanzausgleich“ in der Praxis üben könnte. Sprich: Ansiedlungsinteressierte Firmen aus mehreren Gemeinden am „Hohlstein“ zusammenführt, sprich auch: die von der Alma zu leistenden Kommunalsteuern statt nur auf Schwarzenberg auf mehrere Gemeinden verteilt.

Theorie und Praxis

Berchtold: „Darüber will die Regio in den nächsten Monaten beraten. Ich bin zwar immer gesprächsbereit, aber nicht begeistert, wenn man das gerade beim Anlassfall Alma/Schwarzenberg anzetteln würde. Dann möchte Schwarzenberg jedenfalls umgekehrt auch in anderen Kommunen mitnaschen!“ LR Rein meinte, dass beides zwar „hehre Ziele“ seien, die in der Praxis freilich auf erheblichen Widerstand stoßen könnten. Alma-Chef Nachbaur, dem eigentlich egal sein kann, ob er seinen Obolus an eine oder mehrere Kommunen abliefert, sieht hier vor allem die Politik gefordert.

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