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Ein umstrittenes Großprojekt

Hoch her geht es zur Zeit im Bregenzer Bürgerforum: Wie die "VN" berichteten, plant die Vogewosi die Errichtung einer Wohnanlage auf dem ehemaligen Areal der Elektra Bregenz.

Gegen dieses Vorhaben laufen Anrainer und Kritiker Sturm. Zu groß sei diese Anlage mit ihren geplanten fünf Blöcken und 98 Wohnungen; nicht einzusehen sei zudem, dass einer der letzten freien Flecken in der Landeshauptstadt verbaut werde. Ursula Sparr beispielsweise kritisierte im Forum den Umstand, „dass nur noch Ghettowohnungen gebaut werden“. Auch wenn man das Ganze nicht verhindern könne, so der Tenor der Anrainer, solle die Vogewosi doch wenigstens so flexibel sein, das Projekt – geplant sind Erdgeschoss plus vier Stockwerke – um einen Stock niedriger zu bauen. Die Vogewosi ließ sich diesen Vorschlag auch durchrechnen; kam laut Direktor Hans-Peter Lorenz allerdings zum Schluss, dass diese „geforderte Reduktion keinen Sinn“ machen würde.

„Nicht finanzierbar“

Allein schon die Reduktion eines Stockwerkes bei jenen beiden Gebäuden, die den Nachbarn am nächsten stehen, würde das Projekt bereits verunmöglichen: “ Der Preis pro Quadratmeter würde in diesem Fall um über 100 Euro auf exakt 1916 Euro steigen.“ Kosten, die die Wohnbaugesellschaft auf die Mietpreise umlegen müsste: “ Und dann wären“ , sagt Lorenz, “ die Mieten zu hoch, und die Wohnungen für die Vogewosi deshalb nicht mehr zu vermieten.“

Das unterstreicht auch Bürgermeister Markus Linhart: “ Ohne den oberen Stock ist das Projekt nicht finanzierbar.“ Verzichte die Vogewosi angesichts des Protestes auf den Bau, werde ein anderer Bauträger auf den Plan treten. Bauamtsleiter Bernhard Fink sekundiert: “ Ein Privater würde die gewidmete Baunutzungszahl ausnutzen und ungeniert nochmals einen Stock dazubauen.“ In diesem Sinne sei das Vogewosi-Projekt das mit Abstand verträglichste an diesem Platz. “ Auch haben wir den Nachbarn umfangreiche Zugeständnisse gemacht“ , fügt Lorenz an: “ Absenken des Gebäudes, Anbringen von Sichtschutz, ein Abrücken der Anlage um einen Meter.“

Zudem sei dieses Projekt als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen, wird betont: “ Die Jury hat das beste, nicht das billigste Projekt ausgewählt.“ Das aber weder nach Bregenz noch in die Vision Rheintal passe, ärgern sich wiederum die Teilnehmer im Bürgerforum.

Bürger protestieren

“ Einer der letzten Ausblicke über das Vorkloster wird geopfert“ , kritisiert Marcus Näher. “ Dafür dürfen sich die Bewohner auf fünf Legebatterien freuen“ , meint Gisela Rubner sarkastisch. Das Einzige, was zähle, sei eine hohe Anzahl von Wohnungen, ohne Rücksicht, schreibt ein Forumsteilnehmer. Und ganz abgesehen davon, ärgern sich viele, wird diese Anlage auch Verkehr nach sich ziehen – in der Brielgasse, einer ohnehin schon gefährlichen Straße.

Doch die Proteste dürften ungehört bleiben. Denn die Vogewosi, die nach Angaben von Stadt und Land alle Bedingungen erfüllt hat, wartet auf den Baubescheid. Verhindern kann das Projekt nur noch das Land. Und dort, hört man, wird das Projekt gutgeheißen. Zudem soll die Angst groß sein, einen Präzedenzfall zu schaffen.

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