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Ein Traum in Orange

Unter dem Jubel der Bevölkerung haben sich der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine Braut Maxima Zorreguieta das Jawort gegeben.

Hunderte Gäste aus dem In- und Ausland kamen zu der standesamtlichen Zeremonie und zur anschließenden kirchlichen Trauung am Samstag in Amsterdam. Auf den Straßen der Hauptstadt feierten die Niederländer ihr Prinzenpaar.

In einem schlichten weißen Kleid des italienischen Designers Valentino mit meterlanger Schleppe erschien Maxima bereits zur standesamtlichen Trauung am Morgen in der Alten Börse von Amsterdam. Willem-Alexander trug Marineuniform. Die aus Argentinien stammende 30-jährige Maxima wischte sich verstohlen die Freudentränen aus den Augen, ihr vier Jahre älterer Bräutigam strahlte ebenso wie seine Mutter Königin Beatrix.

In seiner Ansprache mahnte der Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, das Brautpaar, sein Privatleben zu wahren. Sie werde künftig „in einem Glashaus leben“, sagte er der Prinzessin. Zugleich äußerte er die Zuversicht, dass Maxima ihre Fähigkeiten zum Wohl des Landes einsetzen werde.

Nach der Trauzeremonie im Standesamt besiegelten der Thronfolger und die gelernte Bankerin ihren Bund in der Nieuwe Kerk, wo schon 1980 die Krönung von Willem-Alexanders Mutter Beatrix stattgefunden hatte. Zahlreiche Vertreter europäischer Königshäuser feierten mit Willem-Alexander und Maxima den rund einstündigen protestantischen Gottesdienst, darunter die Könige von Schweden, Norwegen und Belgien, die dänische Königin Margrethe und die britischen Prinzen Charles und Andrew. Aus Japan kam Kronprinz Naruhito, aus Jordanien die Witwe von König Hussein. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan und der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela waren zugegen.

Allerdings fand die Trauung ohne die Eltern der Braut statt. Maximas Vater Jorge Zorreguieta war Agrarminister der von 1976 bis 1983 dauernden Militärdiktatur in Argentinien, während der bis zu 30.000 Regimekritiker verschwanden. Das Parlament stimmte im Juli der Heirat des Prinzen erst zu, nachdem zugesichert worden war, dass Jorge Zorreguieta nicht zur Hochzeit erscheinen werde.

Die Eltern der Braut seien „im Geiste bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn“, sagte Pfarrer Carel ter Linden in seiner Ansprache. Auch die Gedanken der Niederländer seien an diesem Tag bei Maximas krisengeschüttelter Heimat. An den künftigen König Willem-Alexander gewandt sagte ter Linden, ihm müsse klar sein, dass Maxima nicht nur ihn, sondern das ganze Land geheiratet habe.

Nach der Trauung fuhr das frisch vermählte Paar mit der achtspännigen goldenen Staatskarosse, die schon Willem-Alexanders Großmutter Wilhelmina bei ihrer Hochzeit vor mehr als 100 Jahren benutzte, quer durch die Stadt zum königlichen Palast. Dort zeigten sich Willem-Alexander und Maxima der jubelnden Menge auf dem Balkon und küssten sich.

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen begleiteten den Hochzeitszug zum Schloss: Zäune und Barrikaden zogen sich auf einer Länge von mehr als elf Kilometern entlang der Strecke, Hunderte Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

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