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Ein Teddybär soll die Angst nehmen

Der 24-jährige Medizinstudent Dominik Klug bringt das Teddybärenkrankenhaus nach Feldkirch.
Der 24-jährige Medizinstudent Dominik Klug bringt das Teddybärenkrankenhaus nach Feldkirch. ©Emir T. Uysal
Plüschtiere als Patienten im Landeskrankenhaus Feldkirch.
Teddybärenkrankenhaus kommt nach Feldkirch

Feldkirch. (etu) Das Teddybärenkrankenhaus Feldkirch wird Donnerstag, 22. September, und Freitag, 23. September, erstmals in Vorarlberg veranstaltet. Das sechsköpfige Team, Dominik Klug, Natascha Pruger, Andreas Hasenburger, Lisa Marie Dertinger, Vanessa Dunst und Anna Edlinger, bietet Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren die Möglichkeit, ihre kranken oder verletzten Kuscheltiere behandeln zu lassen.

Wie kam es zur Idee, die „Teddyärzte“ und „Teddypfleger“ nach Vorarlberg zu bringen?
Dominik Klug: Ich habe beim Teddykrankenhaus Innsbruck nun das vierte Mal mitgearbeitet und jedes Jahr kam in mir der Wunsch auf, diese Aktion in Vorarlberg zu veranstalten. Erstmals österreichweit wird diese Veranstaltung die Pflegeschulen mit einbeziehen.

Wie hat sich das sechsköpfige Team gebildet?
Dominik Klug: Bei einer Sitzung der AMSA (Austrian Medical Students’ Association) habe ich meinen Wunsch vorgebracht – dort haben sich fünf Studenten aus Vorarlberg gemeldet, mitzuwirken. Mich hätte es nicht besser treffen können mit diesem engagierten Team.

Was genau beinhaltet eine solche „Plüschtier-Behandlung“?
Dominik Klug: Wir versuchen den Aufenthalt möglichst realitätsgetreu nachzustellen: Erst folgt die Anmeldung, dann müssen die Kinder im Wartebereich Platz nehmen. Dort können sie etwas spielen, malen und sich „akklimatisieren“, bevor es ins richtige Krankenhaus geht: Dort warten die Ambulanz, Erstuntersuchung, Grundversorgung und je nach Krankengeschichte die jeweiligen Stationen.

Welche Gerätschaften stehen euch bei diesen Untersuchungen zur Verfügung?
Dominik Klug: Uns stehen nachgebaute Röntgengeräte, Chirurgie, Apotheke, ein Organteddybär und sogar ein Labor zur „Blutabnahme“ zur Verfügung. Was durch die Leitung fließt, ist zwar nur Himbeersaft – sieht aber täuschend echt aus. Eine Studienkollegin hat sogar ein EKG-Gerät mit Bildschirm entworfen.

Habt ihr bereits Erfahrungen machen dürfen?
Dominik Klug: Es ist sehr herausfordernd, einen Zugang zu den jungen Besuchern zu schaffen. Während der Betreuung (ohne Eltern) kann es natürlich dazu kommen, dass die Kinder anfangen zu weinen. Unsere Aufgabe besteht darin, dass sie die Scheu verlieren und letztlich die Angst vorm Arzt oder Krankenhaus. Es ist natürlich eine unglaublich coole Erfahrung, zu sehen, wie die Kinderaugen strahlen, wenn sie etwas dazulernen oder interessiert mit dem Stethoskop mithorchen. Und das Schönste: Man bewirkt was damit – viele Kinder kennen die Untersuchungen später noch von einem Teddykrankenhaus, das sie bereits besucht haben.

Was war die außergewöhnlichste Krankengeschichte, die sich ein Kind einfallen ließ?
Dominik Klug: Einmal war ich ziemlich schockiert, als das Kind zu mir kam und mir mitteilte, dass der Teddy Krebs hätte. Manche Eltern, die selbst Medizin studiert haben, machen sich natürlich oft den Spaß und schicken ihren Nachwuchs mit den kompliziertesten Krankheiten, wie z. B. „Beriberi“ (Vitamin-B1-Mangel), zu uns.

Werden in der Regel nur Teddybären gebracht, oder geht der Kuscheltier-Trend auch in eine andere Richtung?
Dominik Klug: Alles Mögliche – Hunde, Kaninchen, Puppen und Einhörner – aber meistens bringen die Kleinen den klassischen Teddybär mit.

Gibt es eine Überraschung für die Teilnehmer?
Dominik Klug: Jedes Kind erwartet ein Geschenkssäckchen mit unserem aufgedruckten Logo. Das beinhaltet Zahnbürsten, -cremen, kleine Spielsachen oder auch Süßigkeiten.

Welche Kindergärten haben sich bereits angemeldet?
Dominik Klug: Von Bregenz bis Feldkirch haben sich 15 Gruppen mit knapp 500 Kindern angemeldet. Wir rechnen mit weiteren 200 Privatpersonen.

Wo in Österreich wurde das Teddybären-Krankenhaus veranstaltet?
Dominik Klug: In Städten mit Universität: Wien, Innsbruck, Linz und Salzburg.

Wird die Aktion im Rahmen eures Studiums veranstaltet?
Dominik Klug: Nein, wir sind sechs ehrenamtliche Studenten, unabhängig von unserer Uni. Da wir zu der AMSA gehören, dürfen wir recht eigenständig agieren. Die Kooperation mit der KHBG ist lobenswert. Gerade Feldkirch unterstützt uns sehr.

Worauf willst du dich nach dem Studium spezialisieren?
Dominik Klug: Obwohl ich mehrere Praktika in Kinderheilkunde gemacht habe, wird es das nicht werden. Meine Tendenz geht in Richtung Radiologie. In dieser Sparte habe ich auch meinen Zivildienst geleistet und war fortan fasziniert. Ich werde die Ausbildung auch ziemlich sicher in Vorarlberg starten.

Zur Person:
Dominik Klug
Geboren: 27. Juni 1992
Wohnort: Dornbirn
Studium: Humanmedizin (im 6. Jahr), KPJ (Klinisch-Praktisches Jahr, vertiefte Ausbildung) Humanmedizin (im 6. Jahr)
Hobbys: Lesen, Musik (Klavier, Keyboard) und Singen, Fitness und Tennis, Motivations-Business
Instagram: www.instagram.com/dominik_klug/

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