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Ein Spektakel für die ganze Familie

Oliver Skreinig: Der 31-jährige Österreicher leitet mit dem "Circus Royal" den zweitgrößten Schweizer Zirkus.
Oliver Skreinig: Der 31-jährige Österreicher leitet mit dem "Circus Royal" den zweitgrößten Schweizer Zirkus. ©VN/Schwald
Der Schweizer „Circus Royal“ fasziniert mit abwechslungsreichem Programm.

Bludenz. Derzeit macht der zweitgrößte Schweizer Zirkus, der „Circus Royal“, Station in Vorarlberg. Für die VN-Heimat eine willkommene Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und sich mit Zirkusdirektor Oliver Skreinig zu unterhalten.

Herr Skreinig, mit 31 Jahren sind Sie der jüngste Zirkusdirektor Europas. Wie ist es dazu gekommen?
Skreinig:
Ich habe, wie viele österreichische Kinder, in meiner Kindheit mit dem Österreichischen Nationalzirkus von Elfi Althoff-Jacobi einen tollen Zirkus erleben dürfen. Dadurch ist meine Liebe zum Zirkus gewachsen. Ich komme zwar nicht aus einer Zirkusfamilie, meine Eltern hatten aber Freunde, die eine Raubtiernummer beim Zirkus hatten. So bin ich peux à peux in das ganze Geschäft hineingewachsen.

Welche Aufgaben kommen auf Sie als Zirkusdirektor zu?
Skreinig:
Die Aufgabenpalette ist mannigfaltig. Ich bin für die Programme sowie die Tourneen verantwortlich, muss mich um die Administration kümmern und trete in der Manege auf. Meine Hauptaufgabe ist es jedoch, die finanziellen Mittel zu erwirtschaften, die wir brauchen, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Die da wären?
Skreinig:
Wir sprechen von täglichen Fixkosten, egal ob der Zirkus spielt oder nicht, von 15.000 Euro. Zudem gilt es Rücklagen zu erwirtschaften, falls es einmal nicht so gut läuft. Des Weiteren sind regelmäßig Neuanschaffungen notwendig. Alle zwei bis drei Jahre müssen wir beispielsweise rund 350.000 Euro für ein neues Zelt ausgeben.

Wie viele Personen sind bei „Circus Royal“ beschäftigt?
Skreinig:
Wir haben rund 120 Angestellte. Angefangen von den Artisten, die die kleinste Gruppe darstellen, über Chauffeure, Personal für den Auf- und Abbau, Leute für die Requisiten, Angestellte in der Betriebsküche als auch Personal im Winterquartier. Das ist mit den in Österreich gängigen Zirkus-Familienbetrieben nicht vergleichbar.

Wie schaut es mit Urlaub aus?
Skreinig:
Von Mitte Jänner bis Mitte Februar gibt es zwar eine kurze spielfreie Zeit, in der keine Vorstellungen gegeben werden, die Büros sind aber durchgehend besetzt. Es kann auch sein, dass in der Zeit Tiernummern von uns an Parks oder Fernsehstationen vermietet sind. Der Zirkus hält also keinen Winterschlaf.

Wann beginnt die Vorbereitung auf das neue Programm?
Skreinig:
2013 feiern wir unter dem Titel „50 Jahre Circus Royal – Eine Legende lebt“ rundes Jubiläum. Dazu holen wir ein komplettes Programm des kubanischen Staatszirkus nach Europa. Die Probenarbeiten dafür sind bereits seit fünf Monaten in vollem Gang.

Was macht für Sie die Faszination Zirkus aus?
Skreinig:
Als Kind war es die Atmosphäre. Speziell den Programmansager mit Frack und Zylinder fand ich faszinierend. In der Zwischenzeit fasziniert mich das Geschehen hinter den Kulissen wie Administration und Logistik. Die Zirkusbesucher sind mehr vom fremden, exotischen Flair des Zirkus fasziniert. Das merkt man auch, wenn die Leute versuchen, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen.

Wie schwer/leicht ist es, Leute für den Zirkus zu begeistern?
Skreinig:
In der Schweiz genießt der Zirkus einen relativ hohen Stellenwert. In Österreich ist das leider nicht so. Das ist für uns auch immer eine sehr große Umstellung. Wir hoffen, unter Beweis stellen zu können, dass Zirkus keineswegs nur etwas für Kinder ist. In der Schweiz sind zwei Drittel unserer Besucher erwachsen.

Was erwartet die Besucher in diesem Jahr?
Skreinig:
Wir haben ein abwechslungsreiches Programm mit internationalen Artisten zusammengestellt. Leider dürfen die Tiger aufgrund des strikten Tierschutzgesetztes in Österreich hier nicht dabei sein. Mit Cowboy- und Westernspielen – unter anderem mit der längsten Peitsche der Welt, einem fantastischen Jongleur, diversen Tier- und Luftnummern und natürlich humorvollen Clowneinlagen sind wir zuversichtlich, den Geschmack des Publikums zu treffen.

Zur Person
Oliver Skreinig
Geb.: 23. Februar 1980 in Klagenfurt
Hobby: Tiere
Erlernter Beruf: Kaufmann
Motto: „Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen.“
Text: VN/Joachim Schwald
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