Ein Sir mit Hausverstand und Herz

Sausgruber im Interview mit der NEUE am Sonntag
Sausgruber im Interview mit der NEUE am Sonntag ©Frederick Sams
Alt-Landeshauptmann Herbert Sausgruber feiert heute seinen 70. Geburtstag. Geschenke möchte er keine haben – wer ihm eine Freude machen will, kann das Hilfsprojekt Elijah von Pater Georg Sporschill unterstützen.

Zur Festspieleröffnung am Mittwoch haben die Menschen applaudiert, als Sie kamen. Was empfinden Sie in solchen Situationen?

HERBERT SAUSGRUBER: Im ersten Moment habe ich den Applaus gar nicht auf uns bezogen. Diese spontane Zustimmung ist natürlich sehr positiv. Mol, das hat mich schon gefreut.

Sie waren 14 Jahre lang Landeshauptmann. Auf was sind Sie besonders stolz?

SAUSGRUBER: Auf die gute Entwicklung des Landes, die zum einen auf die Tüchtigkeit der Menschen und zum anderen auf stabile, wirtschaftliche Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Aber auch die regionale Politik kann einen Beitrag leisten. Ziel war es immer, ein gutes Gleichgewicht zwischen leistungsfähriger Wirtschaft und Solidarität mit jenen, die unsere Hilfe brauchen, herzustellen. Also mit Kranken, Behinderten, Pflegebedürftigen.

Sie blicken also zufrieden auf Ihre Amtzeit zurück?

SAUSGRUBER: Ja. Es ist nicht alles gelungen, aber manches schon. Gut gelungen ist das Vertreten regionaler Interessen in Wien und Brüssel. In einer konstruktiven Weise – das bitte mit zwei Ausrufezeichen. Man kann sich nämlich nicht ständig an übergeordneten Institutionen abputzen und diese zum Sündenbock machen.

Was hätten Sie rückblickend anders entschieden?

SAUSGRUBER: Mit dem damaligen Wissen – nichts Wesentliches. Natürlich gibt es immer mal wieder Situationen, bei denen sich Jahre später rückblickend herausstellt, dass eine andere Entscheidung klüger gewesen wäre.

Sie hatten viele Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen. Wer hat Sie am meisten fasziniert?

SAUSGRUBER: Da gibt es einige: Ganz sicher der ehemalige Tiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer. Faszinierend war die Kombination aus Weitblick und Humor. Oder auch Kardinal König. Seine Lebendigkeit in hohem Alter und sein Interesse an verschiedensten Themen haben mich sehr beeindruckt.

Wer noch?

SAUSGRUBER: Menschen, die einen einfachen Ausbildungsweg genommen haben, aber aufgrund ihrer natürlichen Intelligenz und ihrer Lebenserfahrung Probleme und Sachverhalte besser beurteilen konnten als Fachleute, Politiker oder andere Kommentatoren. Hausverstand funktioniert unabhängig von der akademischen Ausbildung.

Welche politischen Ereignisse haben Sie in besonderer Erinnerung?

SAUSGRUBER: Alle Dinge, die mit den illwerken zu tun hatten. Meilensteine waren 1995 der Erwerb des Aktienpakets des Bundes an den Illwerken – damals noch als Finanzreferent gemeinsam mit Landeshauptmann Purtscher –, die Zusammenführung von VKW und Illwerke und die Ablöse der Tiroler Heimfallsrechte. Dabei ging es immer um die langfristige Sicherung der Zukunft des Unternehmens und darum, den Nutzen Land und Leuten in Vorarlberg zuzuführen und nicht einem anderen Eigentümer.

Mit welchem Geburtstagsgeschenk könnte man Ihnen eine Freude machen?

SAUSGRUBER: Ich habe meinen Gästen mitgeteilt, dass ich keine Geschenke haben möchte. Wer mir eine Freude machen will, kann das Projekt Elijah von Pater Georg Sporschill unterstützen.

Das gesamte Interview ist in der aktuellen Ausgabe der Neue am Sonntag zu lesen.

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