Ein Schläger narrt die Justiz

Dreizehn Vorstrafen hat der 23-Jährige bereits. Vierzehn sind noch offen. Das Verfahren wegen weiterer gewalttätiger Übergriffe ist noch nicht abgeschlossen.

Dieses mal geht es um einen Vorfall vor der Feldkircher Disco “Parkdeck”. Für einen der Besucher endete der Abend mit gebrochener Hand und Rippenprellung. Ein anderer Bursch wurde vor seiner Wohnung in der Feldkircher Innenstadt von dem Betrunkenen völlig grundlos zusammengeschlagen. Blutüberströmt musste das Opfer mit eingerissener Nasenwand und angeknackster Rippe ins Krankenhaus. Da der Gewalttäter auf zwei angeblichen “Entlastungszeugen” bestand, wurde der Prozess vertagt.

Aus dem Staub gemacht

Als um 9 Uhr pünktlich die Strafsache aufgerufen wird, herrscht allerdings gähnende Leere im Gerichtsgang. Ein Telefonat ergibt, dass der Mann bis gestern krank geschrieben war. Heute hätte er wieder arbeiten sollen. Auch die Polizei kann den Mann nicht finden. Selbst Verteidiger German Bertsch reißt langsam die Geduld. Aufwendige Recherchen bei Krankenhaus und Polizei ergeben, dass der Gesuchte offensichtlich nicht mehr im Land ist. Ein Arbeitskollege will wissen, dass sich der Angeklagte längst aus dem Staub gemacht hat.

Haftbefehl

Am achten August hätte der Mann eine unbedingte Strafe antreten müssen. “Bevor ich hier einsitze, hau ich lieber ab”, soll der 23-Jährige herumposaunt haben. Erweist sich diese Geschichte als wahr, bleibt der Justiz nichts anderes übrig, als einen internationalen Haftbefehl zu erlassen. Bleibt der Gesuchte in seiner Heimat, ist Österreich machtlos. Verlässt er die Türkei, kann er theoretisch ausgeliefert und in Österreich erneut vor Gericht gestellt werden.

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