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Ein Schandfleck an der Arlbergstraße

Einst eine Vorzeigemetzgerei – heute abbruchreif, das Haus an der Arlbergstraße.
Einst eine Vorzeigemetzgerei – heute abbruchreif, das Haus an der Arlbergstraße. ©Franz Steiner
Zivilrechtsstreit verzögert Abbruch der ehemaligen Metzgerei Fitz in der Arlbergstraße.

BREGENZ. (fst) „Die ‚Fitz-Schübling waren die besten im ganzen Land“, schwärmt heute noch so mancher Bregenzer von alten Zeiten und viele Hausfrauen erinnern sich gerne an die Metzgerei in der Arlbergstraße. Mit dem Niedergang von SW Bregenz begann auch der Niedergang der Metzgerei Fitz. Heute erinnert nur mehr ein abbruchreifes Haus an die einstige Blüte. Aus einem Vorzeigebetrieb wurde ein Schandfleck an der Haupteinfallsstraße von Bregenz, der nicht nur obdachlosen Menschen als Unterkunft dient.

„Sie haben sich ruiniert“

Dass sich Metzgermeister Josef Fitz einst für den Bregenzer Traditionsfußballverein so stark gemacht hatte, sollte sich rächen: Im Dezember 2004 wurden der damalige SW-Präsident Hans Grill, SW-Manager Markus Feldkircher und Alt-Präsident Josef Fitz wegen „Betrügerischem Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen“ zu Bewährungsstrafen verurteilt. Zuvor setzte es schon hohe, teilbedingte Geldstrafen wegen Steuerhinterziehung. Der damalige Anwalt von Josef Fitz, Josef Gasser: „Alle drei haben sehr viel für den Verein getan, um SW Bregenz überhaupt am Leben zu erhalten. Sie haben sich zum Teil damit selbst ruiniert.“ Josef Fitz zog sich nach der SW-Pleite nicht nur aus dem Vereinsgeschehen, sondern auch aus der Metzgerei zurück. Grundstück und Haus wurden verkauft. Heute gehören sie Ercan Akpolat, der ein Lebensmittelgeschäft in der Bregenzer Kirchstraße betreibt.

Büro- und Wohnhaus

An der ehemaligen Metzgerei zeigte alsbald die WOGE Interesse, doch „die Verhandlungen schlugen fehl, da die Vorstellungen über den Kaufpreis sehr stark divergierten“, wie WOGE-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Armin Moser mitteilt. Schließlich wurde Ercan Akpolat mit einem Wohnbauträger handelseins. Ein Bauprojekt für ein „Büro- und Wohnhaus“ wurde beim Bauamt der Stadt Bregenz eingereicht und auch bewilligt. Also sollte man meinen, dass alsbald mit dem Neubau begonnen wird. Mitnichten. Dr. Thomas Kaufmann, Anwalt des Verkäufers: „Im Augenblick läuft ein Zivilrechtsverfahren, weil über die Vertragsauslegung Uneinigkeit zwischen den Vertragsparteien besteht.

Es muss etwas geschehen

Joachim Scheucher, für Baurechtsfragen im Bregenzer Rathaus zuständig, bekommt „Bauchweh“, wenn von diesem Schandfleck an der Kreuzung Nideggegasse/Arlbergstraße die Rede ist: „Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass hier dringend etwas geschehen müsste. Doch uns sind die Hände gebunden. Eine rechtskräftige Baubewilligung liegt vor, doch so lange die Zivilrechtsfragen nicht geklärt sind, ist nicht mit dem Abriss und einem Neubau zu rechnen. Da die Bausubstanz des Hauses noch in Ordnung ist, können wir auch keinen Abbruch erzwingen. Das einzige, was wir vorschreiben konnten, war eine Abzäunung des Geländes und das wurde gemacht.“ Joachim Scheucher hofft auf eine Einigung der Streitparteien in den nächsten Monaten. Eine Hoffnung, die Rechtsanwalt Kaufmann nicht teilt: „Ein Vergleich zwischen den Parteien ist eher unwahrscheinlich – und die Materie ist sehr kompliziert. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil kann noch viel Zeit vergehen.“

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