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Ein Prunkstück hinter Glas

Ob in Bolgenach, Lustenau, Dornbirn, Latschau oder Schruns: Am Tag des Denkmals wurden gestern technische Raritäten aus einer längst vergangenen Zeit der Öffentlichkeit vorgestellt.

Und das historisch interessierte Publikum nahm die Einladung gerne an.

Ein Beispiel höchster Ingenieurskunst aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Woolf ’sche Balancier-Dampfmaschine an der Schmelzhütterstraße in Dornbirn, die letzte ihrer Art in ganz Europa. 1858 stand die Maschine erstmals unter Dampf. 63 Jahre lang trieb sie mit einer Leistung von zwölf bis 36 PS bis zu 140 Webstühle an, ehe die Räder 1921 für immer still standen. Anschließend wurde sie im Freien als technisches Denkmal aufgestellt. Acht Jahrzehnte war das ehemalige Wunderwerk der Technik Wind und Wetter ausgesetzt, Rost und Zerstörung waren die Folge.

Die Rettung kam in letzter Minute: Adolf Gstöhl, Walter Bröll und Wolfgang Hamida griffen zum Schraubenschlüssel und begannen mit der Restaurierung. Insgesamt investierten sie zwischen 2002 und 2004 4000 Arbeitsstunden, um die Maschine in den Urzustand zu versetzen. „Bis auf eine Schraube, die während der Arbeiten zu Bruch gegangen ist, sind sämtliche Originalteile erhalten geblieben“, konnte Bröll gestern von einer perfekt abgelaufenen Restaurierung berichten. Über die Geschichte und technischen Details informierte der Dornbirner Historiker Dr. Klaus Fessler, ein Kenner der Industriegeschichte der Messestadt.

Regen und Schnee können der WoolfÑschen Dampfmaschine heute nichts mehr anhaben: Nach der Restaurierung erhielt sie eine „Einhausung“ aus Glas und Stahl und wird wohl noch über viele Jahrzehnte hinweg an die Anfänge der Industrialisierung in Vorarlberg erinnern.

Gstöhl und Fessler, beide technisch begabte Pensionisten, denken noch lange nicht ans Aufhören. Sie sind bereits wieder mit der Restaurierung eines anderen Industriedenkmals beschäftigt. Im Forach wollen sie einem alten Wasserkraftwerk am Müllerbach neues Leben einhauchen. „Eine staubige, aber interessante Arbeit“, stellen Gstöhl und Bröll nach den ersten Arbeitsstunden fest.

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