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Ein Platz zum Ge- und Nachdenken

Mit dem Denk.Mal wurde der Bereich östlich der Kirche als Pendant zum belebten Dorfplatz als ruhige parkähnliche Anlage gestaltet.
Mit dem Denk.Mal wurde der Bereich östlich der Kirche als Pendant zum belebten Dorfplatz als ruhige parkähnliche Anlage gestaltet. ©Laurence Feider
 Mit dem Denk.Mal wurde ein Ort der Begegnung geschaffen.

 

Hittisau. „Wir haben nun 75 Jahre Friede. Zumindest wird dies uns vermittelt. Ich verspüre vermehrt das Gefühl, dass die Bedeutung von Frieden in unserer Wohlstandsgesellschaft zunehmend in Vergessenheit gerät. Statt mit Gewehren, Kanonen und Raketen bombardieren wir uns heute mit Worten, Intoleranz und Egoismus“, sagte Bürgermeister Gerhard Beer bei der kleinen Feier zum neu gestalteten Denk.Mal Mitte Juli. Dieses solle einladen zur Kommunikation, zum Stillhalten, zum Nachdenken, und vor allem solle es daran erinnern, dass Friede nicht selbstverständlich ist.

Stimmiges Projekt

Der Gestaltung der neuen Gedenkstätte am Ort des ehemaligen Kriegerdenkmals war ein langjähriger Prozess vorhergegangen. In einer Arbeitsgruppe und in einem breiten Bürgerbeteiligungsprozess war intensiv über die Platzgestaltung diskutiert worden. Die Ergebnisse der Planungswerkstätten lieferten die Grundlage für einen Architekturwettbewerb, den 2015 das Team von Architekt Peter Muxel für sich entscheiden konnte. Viele Diskussionsrunden mit den Verantwortlichen der Pfarre, dem Kameradschaftsbund und den Anrainern später wurde jetzt ein Projekt umgesetzt, das für alle stimmig ist.

Viele Opfer

Mit dem Denk.Mal wurde der Bereich östlich der Kirche als Pendant zum belebten Dorfplatz als ruhige parkähnliche Anlage gestaltet. Das bestehende Kriegerdenkmal wurde demontiert und in eine neue massive Mauerskulptur integriert. Diese Skulptur, die gleichzeitig den erhöhten Seitenbereich der Kirche fasst, übernimmt die Rolle einer Gedenktafel, die nicht nur an die Opfer des Krieges, sondern auch an die Hittisauer Euthanasieopfer erinnert. „Wir möchten erinnern an die, die vom Kriegseinsatz nicht zurückgekehrt sind, aber auch an die Hinterbliebenen, die Witwen und Kriegswaisen. Aber auch an jene Menschen, die wegen der Zugehörigkeit zu einer Rasse, zu einem Volk, wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht als lebenswert empfunden wurden“, so Bürgermeister Beer. In die sandgestrahlte Betonoberfläche der Mauerskulptur sind kantige Blöcke aus glatt geschaltem Beton eingebaut. Auf ausgewählten Blöcken sind ganzflächig Schrifttafeln aus Bronzeguss mit den Namen der Kriegsopfer angebracht. Daneben wurde eine gartenartige Anlage geschaffen mit Verweilzonen und Sitzbänken. Das ganze Ensemble soll zur Qualität des gesellschaftlichen Lebens in Hittisau beitragen.

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