Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Ein- oder Mehrzweckgutschein

Die umsatzsteuerliche Behandlung von Gutscheinen wurde neu geregelt
Mehr zum Thema

Was viele nicht wissen: Gutscheine können bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs Umsatzsteuerpflicht auslösen, wenn gewisse Voraussetzungen vorliegen. Diese Voraussetzungen wurden aufgrund der EU-Richtlinie 2016/1065 neu konkretisiert und sind seit dem 1. Jänner 2019 in Österreich anzuwenden. Während bisher auf einen konkreten Leistungsbezug abgestellt wurde und die Veräußerung von Gutscheinen, die zum späteren Bezug von Waren nach freier Wahl oder nicht konkretisierten Dienstleistungen berechtigten, noch keinen umsatzsteuerbaren Vorgang darstellten, ist seit dem 1. Jänner 2019 zwischen Einzweck-Gutscheinen und Mehrzweck-Gutscheinen zu unterscheiden. Bei einem Einzweckgutschein fällt die Umsatzsteuer sofort bei Verkauf des Gutscheins an, bei einem Mehrzweckgutschein dagegen erst bei Einlösung.

Ein- oder Mehrzweckgutschein?

Ausschlaggebend für die Zuordnung ist, ob

  • der Ort der Lieferung oder sonstigen Leistung (auf den sich der Gutschein bezieht) sowie

  • der anzuwendende Steuersatz zum Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheines bereits feststehen. Beim Einzweckgutschein sind bereits bei der Ausstellung des Gutscheines alle relevanten Informationen für die Erhebung der Umsatzsteuer (Ort der Leistung, Umsatzsteuersatz) bekannt. Beim Mehrzweckgutschein fehlen noch Informationen (z. B. der Ort), um eine konkrete Umsatzbesteuerung durchführen zu können.

Beispiel aus der Praxis

Ein Kleidungsgeschäft in einem Einkaufszentrum, welches ausschließlich Kleidung von verschiedenen Marken verkauft, verkauft Wertgutscheine an seine Kunden. Mit Anwendung der Rechtslage bis 31. Dezember 2018 hätte die Ausgabe der Gutscheine keine Umsatzsteuerpflicht ausgelöst, da die Gutscheine nicht für den Bezug einer konkreten Ware bzw. Dienstleistung ausgestellt wurden, sondern zum Kauf von Waren nach freier Wahl.

Neue Rechtslage ab 1. Jänner 2019

Da das Kleidungsgeschäft ausschließlich Kleidung verkauft und diese ohne Ausnahme dem 20%igen Steuersatz unterliegen, handelt es sich bei den ausgestellten Gutscheinen um Einzweckgutscheine, welche zum Zeitpunkt der Veräußerung der Umsatzsteuer zu unterwerfen sind.

Sortimentserweiterung

Ein Praxistipp von Steuerexperten gilt der Sortimentserweiterung mit Artikeln, die dem ermäßigten Steuersatz unterliegen. Bereits ein kleines Regal neben der Kassa mit ein paar kleinen Snacks wie Schokoriegeln oder ­dergleichen reicht aus, um den Faktor des feststehenden Steuersatzes zu zerschlagen, da Lebensmittel dem ermäßigten Steuersatz von 10% unterliegen.

kurz informiert

  • Einzweckgutschein:
    Steuersatz und Ort der Leistungen
    stehen bei der Ausstellung fest.
    Enstehung der Steuerschuld:
    zum Zeitpunkt des Verkaufes.

Mehrzweckgutschein:
Jeder Gutschein, bei dem es sich nicht um einen ­Einzweckgutschein handelt. Entstehung der Steuerschuld: zum Zeitpunkt der Einlösung.

Mehr zum Thema

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus 2
  • Ein- oder Mehrzweckgutschein
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.