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Ein misstrauisches Abwarten

Vorrangiges Ziel der Gehaltsreform ist es, die Abwanderung der Spitalsärzte zu stoppen und neue zu gewinnen.
Vorrangiges Ziel der Gehaltsreform ist es, die Abwanderung der Spitalsärzte zu stoppen und neue zu gewinnen. ©Bilderbox
Feldkirch - Die in Arbeit befindliche Gehaltsreform stößt bei Spitalsärzten noch auf viel Skepsis.
"Radikale Gehaltsreform"
Ärzte initiieren Gehaltsvergleich

Wenig Zutrauen scheinen die Spitalsärzte bislang in die angekündigte Gehaltsreform zu haben. Deren Sprecher, Dr. Burkhard Walla, beklagt auf VN-Nachfrage, dass Bedürfnisse und Wertigkeiten der Ärzte kaum berücksichtigt würden. „Unsere Vertreter in der Arbeitsgruppe kommen jedes Mal relativ frustriert zurück“, so Walla. Sie hätten das Gefühl, alles sei bereits festgelegt. Trotz sachlicher und guter Argumente ihrerseits. Der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Dr. Gerald Fleisch, ist um Ausgleich bemüht. „Die Gehaltsreform muss klappen“, betont er. Es sei jedoch zu früh, um jetzt schon konkrete Aussagen treffen zu können. Nur so viel: „Wir sind mit absolutem Hochdruck dabei und schauen überall hin.“ Auch Dr. Burkhard Walla räumt ein, dass die Arbeitsgruppe „sehr intensiv tagt“. Aber: „Man diskutiert, inzwischen sind es elf Tage, und im Prinzip ist die Einreihungstabelle immer noch so, wie sie von der externen Beraterfirma am ersten Tag vorgelegt wurde“, kritisiert der Spitalsärztesprecher. Zudem handle es sich um ein aus der Industrie übernommenes System, das die besondere Situation und Verantwortung der Ärzte nicht bewerte. „Bis jetzt haben wir das Gefühl, dass die Gespräche wenig Konsequenzen nach sich gezogen haben“, lautet seine ernüchternde Zwischenbilanz. Derzeit wird versucht, einen objektiven Einreihungsplan zu erarbeiten. Das heißt im Klartext: Es gibt für alle Krankenhäuser Modellstellen, an denen sich letzlich das Gehalt orientiert. „Wir wissen allerdings immer noch nicht, wie viel Geld dafür bereitsteht“, sagt Walla. Diesbezüglich müsse man der Politik glauben, dass es reicht, um wettbewerbsfähig zu sein. Irritiert hat die Spitalsärzte jedoch die Aussage von Gesundheitslandesrat Dr. Rainer Gögele, wonach die Einkommenssituation in den Bundesländern und im süddeutschen Raum erhoben und auf dieser Basis eine neue Gehaltspyramide erstellt werden soll. Denn die Schweiz kam in dieser Aufzählung nicht vor. Dabei wandert das Gros der heimischen Spitalsärzte genau dorthin ab. Würde der Rhein tatsächlich als Grenze der Wettbewerbsfähigkeit betrachtet, käme das nach Ansicht von Walla einem Mangel an Ehrgeiz gleich.

Hoffen auf die Politik

Die Stimmung der Ärzte beschreibt Burkhard Walla als abwartend. Nachsatz: „Wir spüren jedoch ein großes Misstrauen.“ Dennoch will man „darauf vertrauen, dass das, was angekündigt wurde, kommt, weil wir hoffen, dass die Politik verstanden hat, wo die Problematik liegt“. Was, wenn nicht? Walla: „Es gibt ein Ziel und das heißt, die Beschäftigten im Spital zu halten. Sollten wir spüren, nicht dahin zu kommen, müssen wir das sehr laut deponieren und werden es auch tun.“ KHBG-Direktor Dr. Gerald Fleisch will die Gehaltsreform als einen „sauberen Prozess“ durchziehen. Man müsse bezüglich der Möglichkeiten, in deren Rahmen eine solche Reform gelingen könne, jedoch realistisch bleiben. „Wir schauen dennoch überall hin“, versichert Fleisch, der die Stimmung der Spitalsärzte seinerseits als „gespannt bis angespannt abwartend“ beschreibt.

Kritik an Karrieremodell

Das letzte Wort ist auch bei der angekündigten Lohnerhöhung für die sogenannten Kaderärzte noch nicht gesprochen. Wie berichtet, werden bei den Oberärzten zwei zusätzliche Hierarchiestufen eingeführt. Zum Primararzt gibt es künftig einen geschäftsführenden Oberarzt und je nach Abteilungsgröße Bereichsleitende Oberärzte. Diese Positionen werden mit monatlich jeweils 1200 bzw. etwa 700 Euro brutto dotiert. Allein diese Maßnahme kostet das Land 1,1 Millionen Euro. Das Karrieremodell soll, so Gerald Fleisch, verdiente Leistungsträger an das Haus binden und jungen Ärzten eine Perspektive eröffnen. Innerhalb der Ärzteschaft sorgte das Vorhaben allerdings für heftige Diskussionen. „Es gibt sehr wenige, die danach besser dastehen“, begründet Burkhard Walla, der persönlich mit der „Hierarchisierung nicht viel Freude hat“. Bis Ende Februar soll das Modell im Detail stehen und rückwirkend ab 1. Jänner gültig sein. Dem Wunsch mancher Ärzte, das Geld nach eigenem Gutdünken zu verteilen, will die KHBG aber dezidiert nicht entsprechen.

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